Voll Schwul: AfD ist gegen Menschenrechte

Man soll ja nicht auf Spiegel-Online herumlungern, wenn man sich nicht aufregen will. Eine Topmeldung heute war, dass der Lucke von der AfD die „klassische Beziehung – Vater, Mutter, Kind“ bedroht sehe und sich von Herrn Hitzelsperger  gewünscht hätte auf diese Bedrohung hinzuweisen. Stattdessen hatte dieser darauf aufmerksam gemacht, dass es immer noch ein schlechtes Maß an Homophobie in unserer Gesellschaft gibt. Ich verdächtige da ja die „klassische Familie“ als Urheber! Der Lucke hat sich übrigens „in keiner Form homophob geäußert“, sagt er selbst und er muss es ja wissen.

Die AfD Baden-Württemberg verwahre sich gegen Pläne der Grün-Roten Landesregierung Homosexualität im Unterricht zu besprechen (!) und befürchtet  eine „pädagogische, moralische und ideologische Umerziehungskampagne“. Fragt sich nur umerzogen wozu? Umerzogen zu Homosexualität? Das ist ebensowenig möglich, wie Umerziehung zur Heterosexualität. Da die AfDler das Eine befürchten, werden sie sich vielleicht das Andere erhoffen. Mal sehen, wann die ersten Vorschläge für Umerziehungslager kommen.

Ähnlich erhellend ist das kleine Wort „ideologische“. Hier wird fröhlich umetikettiert und die Welt auf den Kopf gestellt. Da begründen Menschen ihre Ablehnung einer ihnen umgenehmen Lebensweise mit einer Geschichtensammlung aus der Steinzeit, weil sie der Meinung sind, darin die Äußerungen eines allmächtigen Wesens zu erkennen. Auf Basis dieser Geschichtensammlung haben sich diverse Institutionen gebildet, die sich mehr oder weniger vehement dagegen wehren, dass Menschen die das gleiche Geschlecht haben und sich lieben, die gleichen Rechte bekommen, wie Menschen die unterschiedlichen Geschlechts sind. Auf diese Institutionen berufen sich unter Anderem die fundamental konservativen Christen in der AfD und behaupten, das Besprechen (!) von Homosexualität im Unterricht sei ideologisch motiviert. Was natürlich impliziert, ihre Argumentation (nennen wir es mal so) sei nicht ideologisch motiviert.

Die Annahme, Menschen in homosexuellen Beziehungen stünden dieselben Rechte zu, wie Menschen in heterosexuellen Beziehungen ergibt sich aus den Menschenrechten. Natürlich kann man auch Menschenrechte als ideologisch bezeichnen, allerdings muss man sich dann fragen lassen, wie man einzelne Menschenrechte unterschiedlich gewichtet. Wenn man der Ansicht ist, Menschen dürften aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert werden, gibt es keinen Grund, warum man nicht auch Menschen aufgrund ihrer spirituellen Orientierung diskriminieren darf. Man kann nicht nur ein bisschen für Menschenrechte sein. Wenn es tatsächlich möglich sein sollte, Menschenrechte selektiv zu gewähren, sind die Menschenrechte faktisch abgeschafft.

Letztlich machen die homophoben AfDlerInnen mit ihren Äußerungen klar, dass sie die Bibel über die Menschenrechte stellen. Was von denen, ganz unideologisch noch so zu erwarten ist, kann dann also jeder nachlesen.

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