Monatsarchiv: November 2014

ADHS und Ginkgo biloba

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine recht häufige Erkrankung bei Kindern. Es gibt evidenzbasierte pharmakologische Behandlungen, am Besten ist wahrscheinlich Methylphenidat (MPH) bekannt. MPH hat leider einen sehr schlechten Ruf, ist jedoch gut wirksam und ziemlich sicher. Es gibt daneben natürlich noch einen bunten Strauß „alternativer Therapiemethoden“ (Cam-Methoden), sowohl pharmakologische als auch andere. Einige werden noch erforscht, andere sind in ihrer Wirkung nicht be- viele auch schon widerlegt. Ich habe mich also nicht gewundert, als ich eine Studie las, in der die Wirkung von Ginkgo bei ADHS untersucht wurde. Gewundert habe ich mich über den Ort der Veröffentlichung, nämlich die Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, dem offiziellen Organ eben dieser. In den Richtlinien der Zeitschrift kann man lesen, dass dort veröffentlichte Arbeiten neue wissenschaftliche Ergebnisse liefern sollten.

Die Studie heißt “Ginkgo biloba Extract EGb 761® in Children with ADHD“. EGb 761® ist Hauptinhaltsstoff von „Tebonin“ ®, einem Phytotherapeutikum, hergestellt von der „Dr. Wilma Schwabe GmbH“. Im Abstract kann man lesen:

“One possible treatment, at least for cognitive problems, might be the administration of Ginkgo biloba, though evidence is rare.This study tests the clinical efficacy of a Ginkgo biloba special extract (EGb 761®) (…) in children with ADHD (…).“

“Eine erfolgversprechende, bislang kaum untersuchte Möglichkeit zur Behandlung kognitiver Aspekte ist die Gabe von Ginkgo biloba. Ziel der vorliegenden Studie war die Prüfung klinischer Wirksamkeit (…) von Ginkgo biloba-Extrakt Egb 761® bei Kindern mit ADHS.“ (Aus der deutschen und englischen Version des Abstracts.)

Die Versuchsgruppe bestand aus 20 Teilnehmern(!), die kein MPH nehmen wollten oder es nicht vertragen hatten (“did not tolerate or were unwilling“). Die Tatsache, dass einige Teilnehmer MPH nicht nehmen wollten, finde ich problematisch. Ich denke, es ist ziemlich wahrscheinlich, dass eher die Eltern ihren Kindern kein MPH geben wollten, als das diese es nicht nehmen wollten (sonst hätten sie wahrscheinlich auch kein Ginkgo genommen). Unter diesen Bedingungen besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für Selektionsfehler,  so dass Eltern, die alternativmedizinischen Methoden (CAM-Methoden) ohnehin positiv gegenüber stehen ausgewählt werden.

Die Autoren geben drei Hauptfragen Phytotherapie betreffend an, für deren Beantwortung empirische Belege benötigt werden. An erster Stelle stellen sie die Frage nach Nebenwirkungen, die ihrer Aussage nach in 1% der Fälle bei einigen CAM-Methoden auftreten (wobei CAM-Methoden nicht mit Phytotherpie gleichzusetzen sind!). Zweitens die Frage nach Arzneimittelinteraktionen und drittens die Frage, ob Eltern mit die behandelnden ÄrztInnen ihrer Kinder über benutzte CAM-Methoden informieren.

Ein großer Teil der Studie beschäftigt sich außerdem mit den Ergebnissen eines EEG-Protokolls. Den Teil habe ich ignoriert, weil die klinischen Ergebnisse so mäßig sind, dass die sekundären EEG-Ergebnisse wahrscheinlich unerheblich sind.

Bevor ich mich jedoch der Studie selbst widme, ist es wichtig, sich einmal anzuschauen, was über die Verwendung von Ginkgo bereits bekannt war. Ginkgo ist am besten bekannt für seinen Einsatz bei Demenz, kognitiven Einschränkungen und Tinnitus. Die Cochrane-Collaboration hat 2009 über die Einsatz im Rahmen dieser Erkrankungen geschrieben:

„Es gibt keine Überzeugenden Belege, dass Ginkgo biloba bei Demenz oder kognitiven Einschränkungen wirksam ist.“ (Übersetzung von mir)

“There is no convincing evidence that Ginkgo biloba is efficacious for dementia and cognitive impairment“ [1].

Die Autoren unserer Studie zitieren Sarris et al. (2011), ein systematisches Review von CAM-Methoden bei ADHS. Sarris et al. erwähnen darin Salehi et al. (2010), die Ginkgo gegen MPH testeten. MPH war deutlich besser als Ginkgo, aber Sarris et al. weisen darauf hin, dass Gingko seine volle Wirkung vielleicht erst nach mehr als 6 Wochen entfaltet (solange hatte die Studie gedauert). In der vorliegenden Studie wurde Ginkgo über 3-5 Wochen verabreicht.

Die oben genannten Informationen im Hinterkopf ist mir unklar, warum die Autoren von einer „möglichen“ (englischer Abstract „possible“), bzw von einem erfolgversprechenden Behandlungsansatz sprechen. Auch warum sie schreiben, Gingko sei kaum untersucht ist mir nicht klar.

In einer unverblindeten, unkontrollierten Studie, mit einer Versuchsgruppe, die wahrscheinlich durch einen Selektionsfehler verzerrt ist, wäre alles andere als ein positives Ergebnis merkwürdig. Bei der Behandlung von Autismus gibt es diverse Beispiel von unplausiblen Behandlungsansätzen, die wirksam erschienen, solange Eltern wussten, dass ihre Kinder die Therapie erhielten. Sie wurden jedoch unwirksam, sobald verblindet wurden (z.B. Sekretin).

Das Ziel der Studie war, die klinische Wirksamkeit zu testen. Doch die Zusammenfassung beginnt mit der Aussage, wie gut Ginkgo toleriert wurde. Die Wirkung wurde dann wie folgt beschrieben:

„Nach der Verabreichung von Ginkgo wurden Verbesserungen von miteinander zusammenhängenden Verhaltensskalen detektiert“ (Übersetzung von mir)

“Following administration, interrelated improvements on behavioral ratings of ADHD symptoms (…) were detected (…).“

Dabei ist vor allem interessant, wie diese Verbesserungen detektiert wurden. Die Autoren nutzten einen etablierten Fragebogen (FBB-HKS) um die Eltern das Verhalten ihrer Kinder einschätzen zu lassen. Nur die Eltern. Den Kindern oder Lehrern wurden keine FBB-HKS gegeben, obwohl das Standard in der ADHS-Diagnostik ist (und obwohl den Kindern Fragebögen zur Lebensqualität gegeben wurden, die, nebenbei, keine signifikante Veränderung zeigten).

Keine der eingangs gestellten Hauptfragen (Nebenwirkung, Medikamenteninteraktion, Information des Arztes) können mit der vorliegenden Studie beantwortet werden. Ich bin kein Statistikerxperte, aber es erscheint mir unwahrscheinlich, mit 20 Patienten die Frage nach Nebenwirkungen, die in 1% der Fälle auftreten sollen, sinnvoll beantworten zu können. Dennoch schreiben die Autoren, sie hätten Nebenwirkungen an „700 Beobachtungstagen“ mit einer Rate von 0,004% feststellen können.

Die Autoren schließen mit:

„Zusammenfassend bietet die vorliegende Studie einige vorläufige Evidenz, dass Gingko biloba EGb 761® kurzfristig gut toleriert zu werden scheint und eine klinisch nützliche Therapie bei ADHS sein könnte. Doppelt-verblindete randomisierte Studien werden benötigt um den Wert der vorliegenden Daten einschätzen zu können.“ (Übersetzung von mir)

“Taken together, the current study provides some preliminary evidence that Ginkgo biloba Egb 761® seems to be well tolerated in the short term and may be a clinically useful treatment for children with ADHD. Double-blind randomized trials are required to clarify the value of the presented data.“

Zieht man die oben erwähnten, im Prinzip bereits vor Beginn der Studie vorliegenden, Informationen in Betracht, könnte man mit diesem Schluss begonnen haben um gleich eine doppelt-verblindete randomisierte Studie durchzuführen.

„Klinische Signifikanz:
Die Trends dieser vorläufigen offenen Studie können suggerieren, dass Ginkgo biloba EGb 761® als komplementäre oder alternative Therapie für die Behandlung von Kindern mit ADHS in Erwägung gezogen werden könnte.“ (Übersetzung von mir)

“Clinical Significance
The trends of this preliminary open study may suggest that Ginkgo biloba Egb 761® might be considered as a complementary or alternative medicine for treating children with ADHD.“

Und? Warum ist mir das wichtig genug, um einen Text dazu zu verfassen, wenn vorläufige Evidenz „suggerieren könnte“, dass etwas als Behandlung „erwogen werden könnte“? Weil ich denke, dass diese Studie keine wichtige Frage beantwortet oder irgendeine nützliche Information liefert. Ich denke, den Richtlinien der Zeitschrift folgend, hätte die Studie gar nicht veröffentlicht werden dürfen. Außerdem halte ich die Studie für eine Stück „Bad Science“. Nicht nur wegen des Mangels an kritischem Denken, sondern auch, weil es ein weiteres Stück verwirrende Information ist, welches über die ADHS und ihre Behandlung durch das Netz geistert. Die Studie wurde im September veröffentlicht und im November habe ich eine Website gefunden, auf der diese Studie fälschlicherweise als „klinischer Beweis“ („clinical proof“) für die Wirksamkeit von Gingko bei der ADHS angeführt wurde. Warum das Unsinn ist, dürfen dann Kinder- und JugendpsychiaterInnen und PädiaterInnen Eltern von betroffenen Kindern ausführlich erklären, anstatt sich um die Probleme der Patienten zu kümmern.

Irgendwie habe ich das ungute Gefühl bei dieser Studien ging es eher um Marketing als um Wissenschaft. Ich frage mich, ob Schwabe auch helfen wird, die notwendige doppelt-verblindete randomisierte Studien zu finanzieren…

[Dieser Text ist eine Übersetzung des englischen Text, der zuerst auf dem Blog von Edzard Ernst veröffentlicht wurde. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für diese Möglichkeit!]

English version

[1] http://summaries.cochrane.org/CD003120/DEMENTIA_there-is-no-convincing-evidence-that-ginkgo-biloba-is-efficacious-for-dementia-and-cognitive-impairment#sthash.oqKFrSCC.dpuf

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Beschimpfte Hüter des Abendlandes

Es tut sich was, bei den Patriotischen Europäern gegen die Islamisierung des Abendlandes (PEGIDA). Nicht nur erreichen die Faceook-Likes die Anzahl der Einwohner einer kleinen Stadt, auch die Wir-gegen-den-Rest-des-Systems-Märsche, die jeden Montag in Dresden stattfinden, haben weiterhin Zulauf. Und, ganz im Sinne einer aufmerksamen Public-Relations Arbeit, achtet man auf die öffentliche Rezeption. So wurde das Organisationsteam auch auf meinen letzten Text zum Thema PEGIDA aufmerksam und stellte ihn zur Diskussion.

Unter anderem meine unzureichenden orthografischen Fähigkeiten wurden von KommentatorInnen bemerkt und bemängelt. Die haben jedoch nichts, wie Detlef spekuliert, mit dem Besuch einer Waldorfschule zu tun. Als versiffter, arbeitsloser, Dreckslinker schreibe ich die Texte so gegen 17 Uhr, kurz nach dem Frühstück. Und da ich dann schon ein paar Bier intus habe, nehme ich es mit dem jüdisch-christlichen Kulturgut des Abendlandes oft nicht mehr so genau. Zu meinem Leidwesen wird ein Arschloch, wie ich jedoch von niemandem dafür bezahlt, wie Evy spekuliert. Doch Detlef hat die Lösung, denn ich bin einfach von Haus aus so blöd. Freie Meinungsäußerung scheint von PEGIDA für ein schützenswertes Gut gehalten zu werden, solange die geäußerte Meinung der eigenen entspricht. Ansonsten ist es schlimm, typisch Gutmensch (und damit jenseits jeglicher Auseinandersetzung) und eine Freie Presse? Fehlanzeige!

Wichtiger als Texte über die eigene Bewegung zu thematisieren, ist natürlich, den aufrechten, bürgerlichen Schein des besorgten „Volksanteils“ zu wahren! Um nicht der „Systempresse“ und Idioten (wie mir) Material in Form von komischen Kommentaren zu liefern, welche, glauben wir Sabine nicht die durchschnittliche Meinung der Bewegung widerspiegeln, dürfte das Organisationsteam bei deren Entfernung Schwerstarbeit leisten. Das Organisationsteam betont immer wieder, man dulde keine Gewaltaufrufe. Diese seien allerdings ohnehin oft von Linksfaschisten hinterlassen um die PEGIDA in Misskredit zu bringen. Dabei schaffen das die eigenen Anhänger ganz gut selbst. Und so ist es um so interessanter zu sehen, was an Kommentaren akzeptiert wird.

Ebenso aussagekräftig sind die Pressetexte, welche das Organisationsteam einer Erwähnung für würdig erachtet. Seit ich die PEGIDA-Facebook-Seite verfolge, habe ich zum Beispiel so viel über die Antifa (auch Antifanten) erfahren, wie in meinem Leben davor nicht. Irgendwie hängt scheinbar, die Antifa mit der Islamisierung des Abendlandes zusammen. Die politische Linke ist aber eigentlich eher für einen kritischen Umgang mit Religion bekannt. Warum nun gerade eine Gruppe von Menschen, die sich in linker Tradition sehen, der Verbreitung der faschistischen Ausprägung einer Religion Vorschub leisten sollte, wird nirgends erklärt.

Wie überhaupt sehr wenig erklärt, dafür jedoch sehr viel behauptet wird im PEGIDAversum. Die Tatsache, dass es Menschen gibt, die Religion gegenüber kritisch (bis ablehnend) sind UND trotzdem jedem Mensch das Recht, zugestehen (und dafür auf die Straße gehen) zu Glauben was er oder sie möchte, scheint jenseits des Horizonts der PEGIDA zu liegen.

Den PEGIDA-Moderatoren, immerhin verantwortlich für eine Seite mit (zu dem Zeitpunkt) mehr als 12 000 Likes, war ein Bericht wichtig genug, der über eine Demonstration von 35 Personen berichtet, die man der Antifa zurechnet um ihn zur Diskussion zur stellen. Holger merkt dazu an, dass sich dieses dreckspack (nur vermummt) auf die Straße (traut). Und Eddie findet, Sowas arbeitsscheues gehört standrechtlich erscho……. ,denn das schade nur der Allgemeinheit. Man favorisiert einfache, klare und endgültige Lösungen. Evy sieht die Ursache in der „antiautoritären Erziehung“ der 80er und meint eine ordentliche Schelle in der Kindheit, hätte vermutlich nicht geschadet. Moritz ergänzt, neben körperlicher Züchtigung, gehörten die Rotzbengel richtig arbeiten geschickt. Dann würden Tränen fließen. Neben einfachen Lösungen und gewaltfreiem Demonstrieren, plädiert man also für Gewalt in der Erziehung und Arbeitslager als Strafe. Enrico will sich die Arbeit gleich sparen und die gleich mit abschieben.

Klar ist, PEGIDA finden die Antifa doof. Doof und wichtig genug, um deren „Treiben“ sehr viel Aufmerksamkeit zu schenken.

Peer bemängelt, in meinem Text würde ich die anderen Kommentare ignorieren und fühlt sich ungerecht behandelt, aus der Wut heraus schreibt der Mensch eben auch manchmal „unschön“. So ist es! Zum Beispiel wenn über die Zustände im Görlitzer Park in Kreuzberg berichtet wird. Dort zeigt die Polizei, mit welcher Motivation auch immer, seit einiger Zeit wenig Präsenz. Dealern, oftmals schwarze Dealer, bietet das Gelegenheit, sich ungestört zu betätigen, nicht selten zum Unbehagen der Anwohner. Da schreibt man schon mal unschön, aus der Wut heraus* wie Paul, der das viehzeug abknallen will. Julius ist für Selbstjustiz!!! Jetzt!!! Moderater wird in einem anderen Kommentar gefordert die Affen solle man in den Zoo sperren. Klar, man wendet sich damit nur gegen Islamismus und hat auf keinen Fall etwas gegen „Ausländer“.

Es macht sich aber auch niemand Illusionen, wer das alles „inszeniert“. Einer der im Video zum Bericht interviewten Dealer trägt eine Jacke mit der Aufschrift „New World“ und Heinz kombiniert messerscharf: Man Beachte das T-Chirt mit der Aufschrift New World Ordnung, und man weiss wer das alles angezettelt hat. Um Heinz hinters Licht zu führen, müssen die Bilderberger schon früher aufstehen und mal ihre Uniformen überarbeiten. Jan beschwert sich über die grenzdebilen Kommentare, ohne jedoch zu begründen, warum sie ihm nicht gefallen. Ramon weißt ihn darauf hin, diese Meinungen sollten und dürften gesagt werden, denn Alles hin nehmen und geduldig abwarten ist vorbei.

In der Rede vor der Start der 5. Demo hieß es:

Wir sind gegen den Asylmissbrauch, aber wir sind nicht gegen die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen

Dann lässt man auf der Facebookseite einen Bericht zu einem geplanten Flüchtlingsheim in einem kleinen Ort diskutieren. Dort beschäftigt man sich differenziert und tiefgründig mit den wirklich relevanten Problemen der Flüchtlingspolitik. Kevin rät, man solle seine Handys in Sicherheit bringen und würde sich nicht wundern, wenn das ding brennt. Philipp denkt, in dem Ort bräuchte man keinen Einkaufsladen, weil die sich bei den Einheimischen holen, was sie brauchen. Steffen findet, Männer können für ihr Land kämpfen. Damit gebe er per Definition keine männlichen Kriegsflüchtlinge, Problem gelöst. Falk ist der Ansicht, es gehe ohnehin darum dass die Deutschen weg sollen. Jan ist der Ansicht, Vergewaltigung der wenigen Mädchen und Frauen ist dort vorpogrammiert! Steffen verlinkt einen Blog in dem von der geplanten Zerschlagung Deutschlands fantasiert wird. Tom denkt, diese Regierung treibt uns in den Bürgerkrieg und gibt sich damit als Anhänger der Ideen von Herrn Elsässer zu erkennen.

Anhänger der nicht rassistischen PEGIDA scheinen nicht in der Lage zu sein, unter einem Artikel in dem es um ein Flüchtlingsheim geht, keine rassistischen Kommentare zu hinterlassen.

Wenn die PEGIDA so unrassistisch sind, wie sie immer betonen, wundert es, dass so viele Menschen unter ihnen gibt, die so unheimlich rassistische Aussagen machen, sobald sich auch nur kleinste Anlässe dazu gibt. Wenn die PEGIDA so unrassistisch sind, wie sie immer betonen, dann erwecken sie gegenüber Ihren Anhängerinnen und Anhängern offenbar den falschen Eindruck. Ich befürchte jedoch, sie erwecken den Richtigen.

*Prinzipiell ist es wenig relevant, welcher Hautfarbe ein Menschen hat, wenn es um die Bekämpfung von Kriminalität geht, erwähnt habe ich es hier, weil sonst der Rassismus, des „Affenkommentars“ nicht so deutlich geworden wäre.

Ergänzung zur Überschrift:

Zitat aus der  Rede zur 5. PEGIDA-Demonstration:

„Wir ALLE haben in der letzten Woche durch verschiedene Medienberichte erleben dürfen, WIE in unserem Land das Recht auf Meinungsfreiheit respektiert wird…

Nämlich GAR NICHT…!!!

In dem Moment, wo man von der vorgefertigten Meinung abweicht, ist diese Freiheit abgeschafft !!!

Wir haben erleben dürfen, dass WIR ALLE als RECHTE… als NAZIS… als RASSISTEN… beschimpft werden.

Vielen Medien und Politikern scheint dabei JEDES Mittel Recht zu sein, uns ALLE in ein schlechtes Licht zu rücken und diverse Gegenproteste auf den Hals zu hetzen, welche letzte Woche aggressiv, vermummt und grölend durch Dresden gezogen sind.“

Weitere Texte über PEGIDA:

Montag ist PEGIDA-Tag

PEGIDA-Live – Auf der dunklen Seite

Position ohne Haltung

Dresdens besorgte Bürger

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Besorgter Journalist für Kinderschutz

Gestern habe ich Herrn Elsässer in Dresden gesehen. Er gesellte sich zu den besorgten Eltern in Dresden. Besorgt sind ja im Moment viele Dresdner. In diesem Fall geht es aber nicht um Europa und den Islam, sondern um die Kinder! Denkt denn niemand an die Kinder. Elsässer, ganz unhomophob, möchte nicht, dass Kinder und Jugendliche mehr über Sex wissen als er. Vor allem um die „schüchternen und frommen“ Kinder mache er sich Sorgen: „Wer schützt denn die?!“ Na, Elsman! Denn der wünscht sich die guten alten Zeiten zurück, nämlich „einen Sexualunterricht wie in den 70ern und 80ern“. Da war die Welt noch in Ordnung. Zumindest für weiße Männer der Mittelschicht in ihrer heteronormativen Realitätsblase. Da gab es einen Penis und eine Vagina und wenn sich zwei Menschen ganz doll lieb hatten, dann wurde die Frau schwanger. Homosexualität galt noch als Krankheit und war strafbar. Vergewaltigung in der Ehe war noch kein Straftatbestand und das Recht auf eine Gewaltfreie Erziehung war in weiter Ferne. Die guten alten Zeiten eben.

Und die wollen Herr Elsässer und seine MitstreiterInnen wieder zurück. Denn nicht nur die heutige Sexualerziehung, die sich skandalöserweise an der Realität der Kinder und Jugendlichen von heute und nicht an der ihrer Eltern orientiert, ist den „besorgten Eltern“ eine Dorn im Auge. Oder sollte ich sagen: macht sie ganz trocken Untenrum. Auch Gendermainstreaming und die Tatsache, dass Geschlecht als gesellschaftliches Konstrukt gilt und nicht unbedingt biologisch begründet sind, treibt ihnen Tränen in die Augen. Als Beweis lässt Elsässer alle mal in Ihre Hose gucken, dann sehe man mal wie „bescheuert“ diese Idee sei. Ich nenne es mutig, wenn man 100-200 Menschen zum Thema „Geschlecht als soziales Konstrukt“ spricht und den Unterschied zwischen „sex“ und „gender“ nicht kennt*. Früher, in der binären Welt der alten Bundesrepublik ,war es noch einfach seinen Platz zu finden.

Wie verquer die Sicht Elsässers ist zeigen seine Äußerungen zum Thema Sexuelle Identität (die er auch nicht von Geschlechtsidentität abgrenzt):

„Es wird ja auch behauptet, man könne seine sexuelle Identität laufend wechseln. Heute hat man Bock auf Hetero, morgen hat man Bock auf Homo, übermorgen hat man dann Bock auf Sado-Maso und im nächsten Jahr ist es ein Schaf von hinten.“

Ignorieren wir hier mal, dass Herr Elsässer, der ja eigentlich als Journalist Recherche gelernt haben sollte, sexuelle Orientierung, sexuelle Vorlieben und Paraphilien hier wild durcheinander wirft. Was spricht denn dagegen, seine sexuelle Identität zu wechseln? So what? LGBT-Verbände betonen oft, Homosexualität sei nichts, wozu man sich entscheidet. Aber was wäre, wenn das so wäre? Auch eine Entscheidung müsste jeder respektieren, denn es ist eine Entscheidung, die mich in keinster Weise betrifft (dass es keine Entscheidung ist, kommt bei Konversionstherapien ins Spiel, aber das ist ein anderes Thema).

Aber, und an dieser Stelle trumpft Elsässer als investigativer Checker auf, eigentlich geht es beim Sexualkundeunterricht nicht um Aufklärung, sondern darum für einen Bürgerkrieg zu sorgen! Ja, so habe ich auch reagiert. Waren wir nicht gerade noch bei den armen Kindern, denen verblendete Gutmenschen Penisbilder zeigen wollen? Richtig. Aber jetzt sind wird beim Bürgerkrieg und wie sexuelle Früherziehung diesen starten kann. Denn, obwohl Herr Wulff den Islam als Teil Deutschlands bezeichnete, würden durch diesen Unterricht Muslime provoziert und das führe, na wozu? Genau zum Bürgerkrieg. So ist dass. Pimmel im Unterricht, provozierte Muslime, Bürgerkrieg.

Gut, wer meint in einer so fragilen Gesellschaft zu leben, der haut sich auch einen Samstag Nachmittag um die Ohren, weil Jugendliche im Unterricht mit Kondomen rumspielen. Ich wüsste übrigens, wie man diesen Bürgerkrieg verhindern könnte: Es müssten einfach alle Muslime Deutschland verlassen…ach, da gibt es eine eigene Demo**?

*Ich nutze die englischen Begriffe, weil sie den Unterschied anschaulicher machen.

**ja, das ist ein Link für die Gegendemo, was denkt ihr denn?

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„Europäische Rechte unterstützen Initiative „Besorgte Eltern““

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Sterbehilfe und Optimierung

Jakob Augstein hat sich in seiner Spiegelkolumne gegen Sterbehilfe ausgesprochen. Und zwar, wenn ich das richtig verstanden habe, kategorischer als das bis jetzt Fall ist. Dabei ist er der Ansicht, Sterbehilfe resultiere aus dem Bestreben der Gesellschaft überall für mehr Optimierung und Effizienz zu sorgen. Das ist sozusagen seine Grundannahme und aus dieser heraus ist er gegen die Sterbehilfe, weil er der Ansicht ist, den Tod solle man doch bitte in Ruhe lassen. Das hieße also Lebenspflicht als antikapitalistisches Mahnmal. Herr Augstein spielt damit nur eine Ideologie gegen eine andere aus. Vergessen werden dabei die Menschen und die Realität des Sterbens ignoriert.

Augstein spricht von der Würde des Sterbens und nennt als Beispiel Papst Johannes Paul II. Dessen Entscheidung des öffentlichen Sterbens als Individuum respektiere ich, auch wenn ich persönlich mir würdigere Möglichkeiten des Abschieds hätte vorstellen können. Auch darf man nicht vergessen, dass Johannes Paul II. mit seinem öffentlichen Leiden ein Ausrufezeichen hinter seine Amtszeit gesetzt hat. Während dieser hat er Agnes Gonxha Bojaxhiu, besser bekannt als Mutter Teresa, einer Ikone des Leidens eine Bühne geliefert und sie unterstützt wo er nur konnte. Agnes Gonxha Bojaxhiu hat, im Gegensatz zur öffentlichen Wahrnehmung, Armut und Leid nicht bekämpft sondern gepflegt, weil sie der Ansicht war, damit Jesus einen Dienst zu erweisen, der ja auch für uns und für alle gelitten hat, zur Vergebung der Sünden. In den  „Krankenhäusern“ der „Missionarinnen der Nächstenliebe“ wurden Kranken zum Teil einfachste und Lebensrettende Behandlungen verweigert, die hygienischen Bedingungen waren schlecht und Menschen wurden teilweise gegen ihren Willen getauft. Eines Tages kam Mutter Teresa zu einer an Krebs erkrankten Frau, die starke Schmerzen hatte und sagte zu ihr: „Die furchtbaren Schmerzen die hast, sind nur der Kuss Jesu. Du bist so Nahe bei ihm am Kreuz, dass er Dich küssen kann.“ Die Frau antwortete darauf: „Bitte sag Jesus, er soll aufhören mich zu küssen“. 

Agnes Gonxha Bojaxhiu zweifelte jedoch an ihrem Glauben und an Gott, was sie in Briefen zum Ausdruck brachte. Briefe die auch den Vatikan erreichten. Man kann davon ausgehen, dass der von Augstein als Beispiel für würdiges Sterben angepriesene Papst, dieses als Glaubensbekenntnis zelebrierte. Damit hätten wir die dritte Ideologie, die in den Text hineinspielt. Aber noch nicht ein Wort über die Wirklichkeit, die Realität des Sterbens und der Sterbehilfe.

„Der Tod auf Bestellung ist kein Gewinn an Freiheit“

Augstein äußert sich nicht zur Frage, ob er auch gegen palliative Therapien ist, die das Sterben beschleunigen können. So kann Patienten mit Atemnot Morphin gegeben werden, damit sie weniger darunter leiden. Das führt aber auch dazu dass sie weniger atmen und damit früher sterben. Es gibt Patienten die keine Therapie wünschen, was ihr Sterben beschleunigt (mein Vater war so ein Patient).

Eine wichtige Frage stellt Augstein dennoch, vermischt dabei nur leider mehrere Ebenen:

„Wer schützt Alte und Kranke vor dem äußeren – oder inneren – Druck, die anderen und sich selbst von der Last und den Lasten des eigenen Leids zu befreien?“

Richtig und Essentiell ist, dass Menschen davor geschützt werden müssen, aus falsch verstandenem Altruismus aus dem Leben zu scheiden. Hier müssen wir eine gesellschaftliche Debatte führen und an dieser Stelle kommt der von Augstein erwähnte Drang zu mehr Effizienz und Optimierung ins Spiel. Denn wenn wir Menschen vermitteln, sie seien nichts mehr Wert, weil sie nichts mehr „leisten“ ist das ein Problem, was über die Sterbehilfe weit hinausgeht. Sich selbst von „den Lasten des eigenen Leidens zu befreien“ ist jedoch eine Frage von Autonomie. Zur Autonomie gehört natürlich, die Wahl zu haben: Best mögliche palliative Behandlung oder selbst (!) gewählter Freitod. Unser Bild von „Selbstmord“ ist immer noch einer christlichen Kultur, die Leben UND Leiden zur Pflicht macht, geprägt. Einen Ausweg darf nur Gott bieten.

Etwas, was ins Hintertreffen gelangt, ist das Problem, dass mit einem Verbot „der Sterbehilfe“, auch bei besserer Palliativversorgung“, nicht der Wunsch von schwer kranken Menschen aus der Welt geschafft wird, sterben zu wollen. Was ist, wenn sich immer mehr Menschen entscheiden zu einem Zeitpunkt aus dem Leben zu scheiden, an dem sie selbst noch die Entscheidung treffen und Durchführen können, aus Angst, diese Möglichkeit später nicht mehr zu haben? Das klingt auch nicht nach einem Zugewinn an Freiheit.

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Dresdens besorgte Bürger

Dresden ist besorgt. Der Muselmann und seine Muselfrau stehen quasi vor den Toren der Stadt und drohen mit der Islamisierung Europas. Dagegen wehrt sich das Bündnis Patriotische Europäer gegen die Islamisierung Europas (PEGIDA). Und obwohl in ganz Sachsen wahrscheinlich weniger Menschen muslimischen Glaubens leben als in Köln-Ehrenfeld, hat das Bündnis letzte Woche auf seiner ‚Montagsdemonstration‘ 1500 besorgte Bürger auf die Straße gebracht. Friedlich, wie immer und überall betont wird. Friedlich und, auch das ist den Organisatoren sehr wichtig, nicht ausländerfeindlich sei man. Über 10 000 Menschen haben die Facebook-Seite mit „gefällt mir“ bedacht. Ziel sei die Islamisierung Europas zu verhindern beziehungsweise:

Wir möchten. dass alle Kinder in einem friedlichem und weltoffenem Deutschland und Europa aufwachsen können!

Doch PEGIDA fühlen sich missverstanden, als „Nazis“ diffamiert. Dabei hat selbst die Rednerin der Gegendemo, mit der Antifa vorne weg, darauf hingewiesen, dass man es sich mit diesem Etikett zu einfach mache, abgesehen davon, dass es falsch sei. Was Anhänger, zumindest die Facebookfreunde, unter dem oben genannten Ziel verstehen, soll ein kleiner Streifzug durch den gut gefüllten Kommentarbereich der PEGIDA-Facebookseite zeigen (kursiver Text sind Zitate):

Schubi meint, die Spaziergänger (so die Eigenbezeichnung der PEGIDA-Teilnehmer), würde zusammengeknüppelt sobald die abweichende Meinung des Volkes zu Merkels Islamistenpolitik zu sehr sichtbar werde. Provokateure (Bütteln des Systems) von Seiten des Staates würden für einen Vorwand sorgen. Igor denkt irgendein ausländerfeindlicher Vorfall würde sicher bald inszeniert. Dabei sind doch PEGIDA gar nicht ausländerfeindlich, sondern nur besorgt. Besagte Provokateure und die Niedertracht des Systems sind ein wiederkehrendes und in bunten, manchmal schrillen, Farben gezeichnetes Motiv. DIESEM Staat traut man alles zu, was nicht verwundert, ist er doch, glauben wir Rene krank, weil es normale Bürger, die sich für ein besseres Deutschland einsetzen wie den letzten Dreck behandele. Die Antifa werde dagegen geradezu hofiert (was die Schnittchen beweisen, die Mitglieder der Antifa auf Demos von Polizeirekruten im VIP-Bereich gereicht bekommen) . Als normaler Bürger hat man es nicht leicht. Doch Matze weiß die Lösung, nämlich dem verschissenen Zeckenpack den Schädel einschlagen und in die rinne kehren. Zupacken können sie die Deutschen. Peter vermutet hinter den Ausschreitungen in Köln (auf der Hogesa-Demo) nicht die üblichen Provokateure sondern das Pack, die Antifa

Mony macht sich unter dem Link zu einem Artikel zur Burka-Verbotsforderung eines CDU Politikers sorgen wie die Ausländer reagieren würden. Maria denkt, ein Burkaverbot sei im Grunde schon Teil des Grundgesetzes und hält deutsche Toleranz für etwas Großartiges was aber nicht auf dem Rücken ohnmächtiger Frauen missbraucht werden dürfe. Und wer wollte da widersprechen? Die ohnmächtigen Frauen sicher nicht!

Chris regt sich darüber auf, dass alles was einen deutschen Pass hat als deutscher Straftäter abgetan werde, nachdem Klausi darauf hingewiesen hatte, dass in einem Artikel über die ‚Großrazzia bei Salafisten‘ von festgenommenen Deutschen gesprochen wurde, die alle sehr undeutsch klingende Namen hatten. Die islamisierung Europas scheint also nicht nur über religiösen Fundamentalismus stattzufinden, sondern schon über die Namensgebung! Wer sein Kind nicht Willie, Fritz oder Kalle nennt, ist nicht nur nicht integriert, sonder betreibt den Djihad. Bernhard hält, definitionsgemäß, nichts von islamischem Recht, möchte aber gerne, das die Salafisten, die scheinbar in Kirchen eingebrochen waren, ihre eigenen Lehren zu spüren bekommen, was seiner Meinung nach hieße: Händeabhacken. Dieser Ton ist Stefan dann aber doch etwas zu scharf, denn mit dieser Ausdrucksweise, so sorgt er sich, spielt ihr denen doch in die Hände. Wobei offen ist, wen er mit „denen“ meint. Es fragt aber niemand nach, so scheint das nur Außenstehende zu beschäftigen. Er möchte, dass alle versuchen ihre Meinung nett zu übermitteln. Das dürfte nicht schwer sein, wollen doch alle nur, dass Kinder in einem friedlichem und weltoffenem Deutschland und Europa aufwachsen.

Jürgen greift das gleich auf und bepöbelt die eigenen Leute, weil diese nicht den Schneid in der Hose hätten, um sich zusammenzutun und dieses Pack aus der Stadt zu jagen. Silvio ist damit noch nicht zufrieden, er will alle rausschmeissen aus unserem Land. Wobei Jürgen an die guten alten Kreuzfahrerzeiten erinnert, als man die Jungs angenagelt hat und runterfaulen lies. Manuel lässt sich von der kreativen Stimmung anstecken: ’sing’ Wetzt die langen Messer an dem Bürgersteig, lasst die Messer flutschen in den Salafisten leib….. ‚sing‘. Das geht Rene aber dann doch ein bisschen weit, Gewalt zu proklamieren solle nicht der Weg von PEGIDA sein, weil man dann nicht besser als die sei. Klar sei aber: RAUS AUS UNSEREM DEUTSCHEN VATERLAND MIT SOLCHEN HASSPREDIGERN NEBST ANHÄNGERN! Aber bitte schön friedlich, nicht den Rasen betreten auf dem Weg nach draußen, nicht so laut weinen und nicht soviel bluten.

Jan meint Niemand habe das Recht (…) die germanisch-keltische Abstammung oder das über 1000jährige deutsche Volk…einfach durch Überfremdung zu beseitigen oder zu zerstören. Dieses Recht hat nur der Krieg! Vor allem natürlich der totale Krieg. Jan will auch, wenn er nach Frankreich fährt, dort Franzosen und deren Kultur sehen und keine Araber oder Schwarze. Solche Äußerungen werden vor allem die Nachfahren der Soldaten freuen, die aus französischen Kolonien stammten, Frankreich von einer ganz besonderen Art deutscher Touristen befreiten und nicht zusammen mit ihren Kameraden siegreich in Paris einziehen sollten, weil sie die falsch Hautfarbe hatten. Daniel klingt resigniert, wenn er schreibt: Kranke Gesellschaft geworden. Wobei er nicht sagt, welchen Zeitraum er zum Vergleich nimmt; nach oder vor 1945.

Auch lange nach der Bitte, die Meinung netter rüberzubringen, scheinen damit immer noch einige Kommentatoren Probleme zu haben. Unter einem Foto, auf dem auf der Straße betende Muslime dargestellt sind, die gerade ihre Stirn auf den Boden drücken, meint Morty, diesen solle man die Hose abschneiden und als Fahrradständer benutzen! Zu mehr ist dieses Pack nicht nutze. Wobei Mandy ihn berichtigt: Dreckspack. Man hilft sich gegenseitig wo man kann. Jack schlägt vor, man solle einen Geländewagen kaufen und drüber Uwe möchte wohl seinen Geländewagen nicht schmutzig machen und fordert der Islam gehört komplett verboten. Wobei Abraham wenig Hoffnung für diesen Traum hat, solange sich der Deutsche mit der „Ausschwitzkeule“ bändigen lasse. Michi ist das alles zu kompliziert, er plädiert für die pragmatische Lösung: Kopf ab fertig aus.

Mein Streifzug ist natürlich höchst subjektiv und tendenziös. Die leisen Stimmen, die immer mal wieder zu lesen sind und zur Mäßigung aufrufen oder bestimmte Aussagen hinterfragen, habe ich nicht erwähnt. Aber dafür auch Kommentare von Reichsbürgern und NWO-Gläubigen weitgehend ignoriert. Das hier ist sozusagen die Mitte der PEGIDA. Nazis sind die meisten sicher nicht, haben aber teilweise rechtsoffene und dort anschlussfähige Ansichten. Wären es „nur“ Nazis wäre Dresden nicht so besorgt.

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Impfen, in Fachkreisen unumstritten

Heute mal etwas Zweitverwertung. Da es ein äußerst vernünftiger Zeitvertreib ist, online mit Menschen zu diskutieren und da gerade auf Facebook das Diskussionsniveau so hoch ist, verbringe ich, als äußerst vernünftiger Mensch, damit viel Zeit. Und so habe ich auf der beliebten Plattform darüber diskutiert, ob die Praxis des Impfens* in „Fachkreisen“ seit Jahren umstritten ist. Das ist natürlich Unsinn und ich habe hier eine klitzeklitzekleine Sammlung, von Textausschnitten, die das schön belegt:

Der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte schreibt auf seiner Website:


„Impfungen sind wichtig, damit ein Kind frühzeitig einen ausreichenden Schutz gegen schwere Infektionen aufbauen kann. Impfungen verhindern den Ausbruch gefährlicher Krankheiten, die häufig mit Komplikationen verbunden sind und für die es zum Teil auch heute noch keine geeignete Therapie gibt. „

Auf der Website des Bundesverbandes Deutscher Internisten ist unter anderem zu lesen:

„Impfpass überprüfen – „Schütze Deine Welt – lass Dich impfen“, ist das Motto der diesjährigen 8. Europäischen Impfwoche, die vom 22. bis zum 27. April 2013 stattfindet. „Impfungen sind ein wichtiger Schutz gegen übertragbare Krankheiten“, erklärt Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr.“

Der Bundesgerichtshof schrieb in einem Urteil (.pdf) zu einem Prozess in dem es um einen Impfschaden ging, am 15.02.2000 das die von der StIKo empfohlenen Impfungen medizinischer Standard sind.

In der AWMF-Leitlinie (.pdf) zum Thema „Kindesmisshandlung und Vernachlässigung“ steht unter dem Punkt „Vernachlässigung“:

„Es kann sich um vermeidbare Gesundheitsschäden durch mangelnde Fürsorge, z.B. fehlende Impfungen, Vitamin-D-Mangel-Rachitis, unzureichende Unterkunft und Kleidung oder vermeidbare Unfälle durch mangelnde Aufsicht handeln.“

Sowohl die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin eV (DGSPJ), die wissenschaftliche Fachgesellschaft der Kinder- und Jugendmedizin in Deutschland (DGKJ) und die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCh) denken, ein Kind nicht lege artis zu impfen ist so, als würde man ihm nichts richtiges zum Anziehen geben. Das Wort was in den Sinn kommt ist „fahrlässig“ (nicht schimpfen, ich bin kein Jurist).

Auf den Seiten vom Robert-Koch-Institut findet man zum Thema impfen „20 Einwände und Antworten des Robert Koch-Instituts und des Paul-Ehrlich-Instituts„. Das RKI ist ein Bundesinstitut und hat u.a. folgende Aufgabe:

„Der Auftrag des Robert-Koch-Instituts umfasst sowohl die Beobachtung des Auftretens von Krankheiten und relevanter Gesundheitsgefahren in der Bevölkerung als auch das Ableiten und wissenschaftliche Begründen der erforderlichen Maßnahmen zum wirkungsvollen Schutz der Gesundheit der Bevölkerung.“ (Wikipedia)

Das Paul-Ehrlich-Institut spricht sich ebenfalls für die, zugelassenen, Impfungen aus (wenn die jeweilige Indikation eingehalten wird):

„Das Paul-Ehrlich-Institut ist zuständig für die Zulassung und staatliche Chargenfreigabe von biomedizinischen Arzneimitteln (siehe deutsches Arzneimittelgesetz, Gesetz zur Errichtung eines Bundesamtes für Sera und Impfstoffe) und trägt wesentlich zur Sicherheit dieser Arzneimittel bei.“ (Wikipedia)

Ich weiß nicht, wie man das anders nennen kann als Einigkeit.

Natürlich steht es jedem Menschen frei, sich oder seine/ihre Kinder zu impfen zu lassen. Es muss einem dabei nur bewusst sein, dass man fahrlässig handelt.

*Natürlich ist es absoluter Unsinn zu schreiben „Impfen ist gut“ oder etwas in die Richtung. Es sind immer spezielle Impfungen gemeint, die indiziert sein müssen. Nur damit keine Missverständnisse verstehen…

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Schlechte Sache, selbst entschieden

Eine Frau erkrankt unheilbar an einem Hirntumor und entscheidet, selbstbestimmt aus dem Leben zu scheiden. Im Kreise ihrer Familie nimmt sie ein Dosis tödlicher Medikamente und stirbt. Der Vatikan nennt das: eine „schlechte Sache“. Klar ist das eine „schlechte Sache“, mit einem unheilbaren Hirntumor wird die Anzahl der guten Sachen die einem Menschen bleiben jeden Tag weniger. Brittany Maynard hat jedoch entschieden, dass es eine schlechtere Sache gebe als ihren Tod und das war, weiter zu leben. Aus ihrer Sicht hat sie die am wenigsten schlechte Sache gemacht. Manchmal gibt es Menschen die sind in dieser Situation. Das passt natürlich nicht zu Dogmen und alten Männern mit lustigen Hüten.

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