Position ohne Haltung

Die PEGIDA werden missverstanden! Ich, Ihr, wir alle unterstellen ihnen Böses. Sogar mein Chef! Er, seine Kollegen und viele andere Menschen die mit Wissenschaft in Dresden zu tun haben, sehen durch das Auftreten von PEGIDA den Wissenschaftsstandort Dresden in Gefahr. Irgendwie entsteht durch die Demonstrationen der Eindruck, fremd anmutende Menschen seien in Dresden nicht willkommen. Dabei meinen die PEDIGA das gar nicht so!

Wissenschaft lebt vom Austausch von Ideen. Diese Ideen sind in Menschen eingepackt und viele dieser Menschen sind nicht deutsch sondern ‚anders‘. Diese Ideen mit Mensch drumrum sollen weiter nach Dresden kommen um sich auszutauschen, von Mensch zu Mensch.

Weil alle die PEGIDA missverstehen, haben Wissenschaftler Angst, dass bald keiner mehr kommt und uns die Ideen ausgehen. Die PEGIDA haben zwar auch Ideen aber die sind weder gut, noch sind die PEGIDA bereit, sich darüber auszutauschen. Sie vertreten ihre Position, weil sie nicht mit Gutmenschen diskutieren. Die PEGIDA wollen, dass ihre Kinder in Frieden aufwachsen. Von der Systempresse wird ihnen aber unterstellt und in die Welt hinausposaunt, dass dieser Frieden durch eine mit Brutalität durchgesetzte kulturelle Homogenität erreicht werden soll. Das ist natürlich ein Missverständnis. Gegen ein wenig Folklore aus dem Morgenland hat nämlich niemand etwas einzuwenden. Auch nicht gegen angepasste Menschen, denen man nicht ansieht, dass sie anders sind (WEIL sie nicht anders sind).  Es ist doch alles ganz anders, liebe Gutmenschen und Systemmarionetten.

Darum gibt es jetzt auch ein Positionspapier. Und darin kann man lesen, dass wir alle die PEGIDA missverstehen. Denn die guten Ausländer, die mit den tollen Ideen innen drin, die wollen die PEGIDA haben, weil sei gut für die Wirtschaft, den Standort Deutschland, sind. Und den PEGIDA nehmen die auch keinen Job weg, denn die Ideen der PEGIDA laufen sozusagen außer Konkurrenz. Die guten Ausländer sollen kommen, die schlechten Ausländerradikale Muslime, Wirtschaftsflüchtlinge und kriminelle Asylanten, die will man hier nicht haben. Die machen nur Ärger, kosten Geld und demontieren das hübsche Abendland. Die echten Flüchtlinge, die dürfen selbstverständlich auch kommen, das ist Menschenpflicht. Die mögen nur nicht in der eigenen Nachbarschaft dezentral untergebracht werden, aber kommen dürfen sie.

Es muss sich auch niemand Sorgen machen, dass man da den Einen mit dem Anderen verwechselt, also den guten mit dem schlechten Ausländer. Wenn die PEGIDA etwas wissen, dann, wie man einen Moslem erkennt und einzuordnen hat. Denn mit Moslems kennen die patriotischen Europäer sich aus. Man hat ja auch Ausländer als Freunde.

Moslems müssen zum Beispiel einmal im Leben übers Reisen mekkan, und dürfen Schweinefleisch nur nach Sonnenuntergang essen. In der Moschee dürfen sie keinen Alkohol trinken, wenn ein Lebewesen auf der Flasche abgebildet ist. Den radikalen Moslem erkennt man am zotteligen Bart, der verschleierten Frau, die er mit Steinen bewirft, sobald sie nicht drei Meter hinter ihm geht und dem Rucksack mit selbst gebauter Bombe. So einfach ist das, warum machen das denn immer alle so kompliziert?

Die PEGIDA machen sich außerdem total Sorgen um die Flüchtlinge. Die sind sogar für dezentrale Unterbringung, weil in so großen Heimen mit Vollversorgung, das geht gar nicht, die sind nämlich auch traumatisiert! Denkt denn niemand an die Menschen? Wichtig ist den PEGIDA auch eine null Toleranz-Politik: wer falsch parkt wird abgeschoben. Wer sich mit überfordertem Wachpersonal anlegt, fliegt.

Denn eines muss klar sein: wer traumatisiert ist, wird nicht kriminell und wer kriminell wird, ist nicht traumatisiert. Opfer mögen sich bitte auch wie Opfer verhalten. Wir bitten allen Flüchtlinge inständig, die PEGIDA nicht mit der Komplexität ihrer Existenz zu überfordern. Und ein bisschen Dankbarkeit wäre schön.

Wenn Flüchtlingsheime brennen, hat das nichts mit den PEGIDA zu tun. Wenn Faschos, sich von 10000 Wutbürgern ideologisch bestärkt fühlend, das erste mal die Fäuste sprechen lassen, auch nicht. „So haben wir das nicht gemeint!“ wird es dann von Herrn Bachmann heißen. „Die haben uns missverstanden.“ Das scheint irgendwie vielen so zu gehen. Vielleicht wird es Zeit, sich zu fragen, warum.

Weitere Texte über PEGIDA:

Montag ist PEGIDA-Tag

PEGIDA-Live – Auf der dunklen Seite

Beschimpfte Hüter des Abendlandes

Dresdens besorgte Bürger

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5 Kommentare

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5 Antworten zu “Position ohne Haltung

  1. Jetzt gibt es

    PIGIDA – Patriotischer Islam gegen die Islamisierung des Abendlandes

    PIGIDA solidarisiert sich mit PEGIDA (Patriotische Europäer Gegen die Islamisierung des Abendlandes) und fordert: Gebt den Christen das Abendland zurück!

    Derzeit leben 2,2 Milliarden Christen auf der ganzen Welt und davon lediglich ca. 500 Millionen in Europa! Damit muss Schluss sein! JETZT! Das Abendland gehört den Christen! Ihr seid das Volk!

    PIGIDA setzt sich deshalb ein für eine umfassende Christianisierung Europas als Keimzelle des Abendlandes. Unser Angebot an alle in Angst vor religiöser Überfremdung lebenden Europäer: Wir nehmen 45 Millionen europäische Muslime zurück und schenken Europa 1,7 Milliarden Christen aus aller Welt!

    … weiterlesen: http://pigida.de

  2. KrissKrass

    Jaja, die bösen Polen klauen die Autos weg. Die bösen Tschechen kochen gerne Drogen. Die Ukrainer sind alles Faschisten. Die Griechen sind faul. Bei den Italienern ist alles Mafia (außer Ferrari). Die Zigeuner – vor allem aus Rumänien und Bulgarien – sind alle Diebe. Ist es nicht herrlich Deutscher zu sein? Denn Nazis, die gibt es ja nicht mehr, die sind mittlerweile alle gestorben.

    Manchmal wünsche ich mir, dass die undankbaren Griechen tatsächlich neu wählen, den Schuldendienst an die Gläubiger einstellen, dadurch der Euro explodiert und die neue DM mal binnen weniger Tage um 70-80% ggü dem US-Dollar oder Japan-YEN aufwertet. Dann wird die Rendite des schönen gläsernen VW-Werks in Dresden binnen Tagen auf -20% absinken und drüben in Tschechien wird die Skoda-Produktion angekurbelt. Ein großes Glück für die Arbeitsplätze in Dresden wird das sein…wie freu ich mich drauf.
    Aber leider werden die Dresdner Pegida-Idioten natürlich auch dann nicht sehen, dass sie von der relativen Schwäche des Euro (bei gleichzeitiger Inflation von weit unter 2%) unmittelbar profitierten und den Griechen eigentlich hätten dankbar sein müssen, dass diese ihr Gesundheitssystem eingestampft haben, nur um die Schulden bei privaten Gläubigern in Nordeuropa zu bedienen. Nein die Pegida-Idioten werden wieder den faulen Griechen die Schuld geben. Und den Tschechen. Und den Polen.

    Deswegen freue ich mich eigentlich noch mehr auf ein anderes Szenario: Eine große Elbeflut – aber bitte erst ab Bad Schandau und nur bis vor Magdeburg. Dann wird Heulen und Zähneklappern herrschen bei den Pegida-Idioten, wie arm dran sie denn seien. Alles sei vernichtet in ihrem schönen Elbtal. Dann werden sie vielleicht wissen, wie sich manch ein Flüchtling aus Syrien heute fühlen muss.
    Aber leider werden die Dresdner Pegida-Idioten auch dies nicht verstehen und merken, wie sie von Solidarität anderer Menschen profitieren. Sie sind einfach zu dumm.

    Ich bin hilflos. Vielleicht sollte man einen antisächsichen Schutzwall bauen, so mit Schießbefehl? Keine Ahnung.

    Nochmal zur Erinnerung: Würzburg 100 Pegida vs. 400 Nopegida
    Bonn 200 Pegida vs. 1500-2000 Nopegida
    Kassel 80 Pegida vs. 140 (spontane) Nopegida

    Deswegen die ernst gemeinte Frage: Sind Dresdner irgendwie bescheuert?
    Ich habe keine Ahnung.

    • nein, nicht bescheuert, aber vielleicht in diesem fall zu träge. In dresden hat PEGIDA scheinbar zur richtigen zeit den richtigen Nerv getroffen und alle sind überrascht. Und 5500 Gegendemonstranten heute Abend sind auch nicht schlecht (die würden übrigens mitüberschwemmt) umd vor zwei Wochen wurde pegida geblockt. Alle wichtigen Institutionen der stadt rufen zum Gegenprotest auf, doch die Wut scheint mehr auf die Straße zu bringen als der wunsch nach protest. Heute abend wirkte die gegendemo auch ein wenig ratlos…da wsr in den letzten Wochen mehr dynamik….aber irgendwie ist man vielleicht erschlagen von der masse…erschlagen und fassungslos.

      In dresden wurde einer der größten naziaufmärsche europas vor einigen jahren so blockiert, dass mittlerweile kaum jemand mehr am 13.2. kommt. Gib dieser stadt nich eine chance, wir schaffen das mit den pegida auch 😉

  3. Pingback: You don’t fool me | diaphanoskopie

  4. Pingback: Demofragmente | diaphanoskopie

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