Monatsarchiv: Juli 2015

Schon wieder Dresden – Ohne Worte

Gestern fand in Dresden eine Demonstration zur Unterstützung von Geflüchteten statt. Erstmals seit dem Auftreten von PEGIDA scheint die Anzahl der Demonstranten auf der Gegendemo zumindest gleich hoch gewesen zu sein. Es war eine Demonstration die den Namen verdient hat, eine Demonstration wie sie einer Stadt wie Dresden angemessen ist. Dank gilt auch der Unterstützung durch von außerhalb Zugereiste.

Die Organisation um „Dresden Nazifrei“ entschied, nicht direkt an der Flüchtlingsunterkunft vorbei zu ziehen, um die Menschen dort nicht zu stören. Nach dem Ende der Demo versuchten einige hundert TeilnehmerInnen zum Lager zu gelangen. Ziel war es die Menschen dort vor den erwarteten Angriffen Rechtsextremer zu schützen. Die waren am Montag Abend immer wieder in Kleingruppen in der Gegend gesichtet worden. Die Polizei, die in den letzten Tagen und besonders am Freitag Schwierigkeiten hatte, die Menschen im Lager angemessen zu schützen, war Zahlreich zugegen.

Die Beamten nutzten die Gelegenheit, zu üben, wie man Menschen daran hindert, zum Ziel zu kommen. Die Flüchtlingsunterstützer wurden wiederholt behindert. Gegen 22 Uhr wurden dann die Wege geöffnet und eine Mahnwache angemeldet. Die Beamten sollen sich gegen Mitternacht weitgehend entfernt haben. Einige Demonstranten blieben vor Ort. Die verbliebenen Beamten schienen sich bemüht zu haben, ihre Anwesenheit durch Schikane zu rechtfertigen.

Für 0:42 Uhr findet sich dann folgender Eintrag im Ticker von „PEGIDA#Watch“:

„+00:42+
#Alerta! Die letzten Supporter werden gerade von ca. 50 Hooligans angegriffen und u.a. mit Flaschen beworfen. Ein Verletzter mit Platzwunde… Täter weiterhin in der Gegend, sind im Bereich des Alberthafens unterwegs. Höchste Alarmstufe! Polizei wurde bereits 3x angerufen. Seit 10 Minuten noch immer keine Kräfte vor Ort!“

Leider ist somit das Kalkül der linken Demonstration nicht aufgegangen. In Kenntnis der sächsischen Verhältnisse waren durch die Anwesenheit linker Demonstranten Polizeikräfte zum Flüchtlingscamp gelockt worden. Die Polizei hätte dann, während sie auf die wartenden Linken aufpasst, nebenbei das Lager auch vor Angriffen durch Rechtsextreme beschützt. Leider hat die Polizei in Sachsen diesem Plan durch den vorzeitigen Abzug und das dann verspätete Eintreffen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es bleibt dabei: In Sachsen ist man seinen Rechten näher als seinen Pflichten.

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Sächsische Verhältnisse in Dresden

„Was ist denn da los bei Euch in Dresden?“

Ich war auf dem Heimweg von der Arbeit, fuhr an der Elbe entlang und Sebastian stellte mir diese Frage am Telefon. Das war vor ein paar Wochen. Wir sprachen über Freital. Und damit weiß nun jeder, dass wir über Rassismus sprachen. Freital in Sachsen, mittlerweile ist das nicht nur eine topographische sondern auch eine politische Positionsbeschreibung. Diese Frage interessierte mich, selbst erst wenige Jahre Dresdner, auch. Seit ich das erste Mal von den sächsischen Verhältnissen gehört hatte. Drängend wurde die Frage, nachdem ich die sächsischen Verhältnisse am eigenen Leib erlebt hatte. „Was ist denn los bei uns in Dresden?“

Die PEGIDA konnten unter anderem soviel Wucht entwickeln, weil die Politik in Sachsen und Dresden alles falsch gemacht hat. Im Umgang mit Extremisten im Allgemeinen und mit sich dem Bürgertum anbiedernden Extremisten im Speziellen.

Der erste Gegenprotest gegen die PEGIDA formierte sich bereits im Herbst 2014, umbemerkt von der Bundesöffentlichkeit und weitgehend ignoriert von der sächsischen Zivilgesellschaft. Am Goldenen Reiter, einem der Wahrzeichen Dresdens, bekam ich, ebenfalls auf dem Weg von der Arbeit, einen Flyer in die Hand gedrückt. Ich erfuhr, in Dresden sammeln sich Menschen, die keine Nazis sind, aber rechts soweit offen, dass diese Kameraden fröhlich mit marschieren konnten. Die Dynamik der „Bewegung“ hatte zu dem Zeitpunkt vielleicht nicht mal das kleine Häufchen Aufrechter im kulturbesoffenen Touristenmagneten des Ostens geahnt.

Als ich vom Zuschauer zum Teilnehmer geworden war, durfte ich erleben, wie man in Sachsen mit antifaschistischem Engagement umgeht. Man verhindert es soweit wie Möglich. Die Idylle des Elbflorenz soll erhalten werden. Konflikte, die über die Neubesetzung von Intendanten hinaus gehen, stören. Alles was über Symbolpolitik a la Menschenkette hinausgeht ist unerwünscht.

Protest in Hör- und Sichtweite der PEGIDA wurde so oft und so gut wie möglich verhindert. Das ging soweit, dass der Zugang zu PEGIDA-Märschen für deren Teilnehmer bequem möglich waren, während die Gegenveranstaltung jedoch, durch hermetische Polizeisperren, für deren Teilnehmer kaum zu erreichen war.

Die Kommunal- und Landespolitik reagierte auf die PEGIDA Anfangs Dröge und später kontraproduktiv. Gegenprotest wurde abgewertet als linksextremistische Veranstaltungen der „Antifa“. Damit war die CDU-Führung das erste Mal auf einer Linie mit Bachmann und seiner Truppe. Das passte zur Linie der Stadt, Gespräche mit Dresden Nazifrei über Jahre abzulehnen und damit diejenigen auszuladen, die effektiv dafür gesorgt hatten, den größten Naziaufmarsch der Nachkriegszeit in Europa das Wasser abzugraben.

Was Bundesweit kaum jemand mitbekommen hat, war das Timing von Bemerkungen des sächsischen Innenministers Markus Ulbig zu einer Art schnellen Eingreiftruppe gegen „straffällige Asylanten“. Die PEGIDA waren zu dem Zeitpunkt bereits groß genug um vor Ort bemerkt zu werden. Bundesweit waren sie aber noch unter dem Radar der Medien. Eine kritische Äußerung des sächsischen Landesvaters Tillich zu PEGIDA und ihren Forderungen, die über Allgemeinplätze hinausging, hatte es noch nicht gegeben. Mit der Bildung einer speziellen Polizeitruppe für straffällige Asylbewerber blies die Landesregierung ins Horn der islamophoben Rassisten und legitimierte deren Veranstaltung.
Während wir mit ein paar 100 Menschen auf dem Postplatz standen und auf den Zug 1000en Rassisten warteten, kam mir hilflos vor, ob des fehlenden Rückgrats „meiner“ Regierung. Das panische agieren hatte den Gegenprotest nicht nur nicht unterstützt, sondern torpediert. In der Staatskanzlei herrschte Panik vor einem weiteren Wählerverlust. NPD und AFD hatten bei den Landtagswahlen zusammen 15% geholt. Diese Wähler wollte Tillich zurück. Er entschied sich gegen die Rolle des aufrechten Demokraten, gegen den Aufstand der Anständigen und für die Rolle des servilen Demagogen.

Ob es zuerst die Hoteliers oder die Professoren der TU-Dresden waren, die öffentlich hörbar Alarm schlugen weiß ich nicht mehr. Doch zu diesem Zeitpunkt versuchte auch die sächsische Landesregierung tapsig, sich zu positionieren. Für Tillich hieß das, zu sagen, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Für seine verlorenen Wähler war das zu spät und zu wenig, die keiften bereits seit Wochen „Volksverräter“.

Mitleid mit diesem älteren Herren mit einem Gesichtsausdruck der Bräsigkeit und Ekel mischt, bekam ich auf der Veranstaltung für ein weltoffenes Dresden. Fast. Ob er sich beim Anblick des Transparents „Schön, dass Ihr auch schon da seid“ schämte, ist nicht überliefert. Dem Saboteur der sächsischen Zivilgesellschaft schallten Sprechchöre entgegen: „Winterabschiebestopp!!!“. Er vermied jedes Risiko, sein Gesicht zu verlieren und hielt sich an seinem Manuskript fest. Es war die Inszenierung von Interesse an der Sache, um den Imageschaden gering zu halten.
Den hätte er allerdings selbst im Vorfeld fast vergrößert. Die Veranstaltung weltoffenes Dresden war im letzten Moment umbenannt worden. Der ursprüngliche Titel „Eine Stadt, Ein Land, Ein Volk“ war von mehreren Seiten harsch kritisiert worden. Tillich überlies dieses, proklamierte, Volk kampflos den völkischen Verführern.

Die von der Politik hinterlassene Lücke in der Dresdner Zivilgesellschaft versuchten Privatleute zu füllen. Zur Veranstaltung „Dresden für alle“ kamen ca. 30 000 Menschen, FlüchtlingsvertreterInnen, KünstlerInnen und Herbert Grönemeyer. Für alle, die sich in den Wochen davor die Montagabende um die Ohren gehauen haben, die an Polizeisperren gescheitert waren, die von der Straße getragen worden waren und Dienstags vom Schreien heiser gewesen waren, war das eine Veranstaltung der gemischten Gefühle.

Am Montag danach hieß es auf der Straße wieder „Business as usual“. Ein paar hundert DresdnerInnen zeigten ihr Gesicht gegen die braune Masse.

Durch das Medieninteresse und die Kritik aus dem Rest des Landes und der Welt, äußerten sich vermehrt mehr oder weniger wichtige DresdnerInnen zum Thema. Viele Äußerungen die sich gegen PEGIDA und ihre Forderungen richteten krankten an der Motivation. Politiker mahnten, Deutschland müsse Einwanderer willkommen heißen, weil es einen Mangel an Fachkräften gebe. Die Professoren machten sich Sorgen um Doktoranden und Forscher aus dem Ausland. Der Wissenschaftsstandort Dresden sei in Gefahr. Die Hoteliers sorgten sich um das Geschäft mit den Touristen und der Bürgermeister um den Ruf Dresdens. Was sollen die Investoren denken? Selten wurde angeführt, dass es ein Menschenrecht auf Asyl gibt. Dass dieses jedem Menschen ohne Hinblick auf seinen Nutzen für uns zusteht. Dass der Kampf gegen die PEGIDA ein Kampf für Menschenrechte ist, das war kaum jemand zu hören und zu lesen.

Seit Anfang des Jahres wurde der Protest weniger. Die Gruppen vor Ort beschlossen, ihre Kräfte für sinnvollere Aufgaben zu nutzen. Unter anderem die Blockade des Naziaufmarsches am 13. Februar, der Dresden jedes Jahr heimsucht. Am 13. Februar wurde dieser von der Polizei gewohnt routiniert durchgesetzt. Die Teilnehmerzahl der PEGIDA sank und das Interesse der Medien ebenfalls. Doch das Feld war bestellt.

Mit der Einladung von Geerd Wilders erhofften sich die PEGIDA im Frühjahr wohl den langsamen Rückgang der Teilnehmerzahlen aufhalten zu können. Die Veranstaltung wurde abseits der Innenstadt durchgeführt, von den 30 000 angekündigten, erschienen 10 000. Durch das Vorgehen der Ordnungskräfte war auch hier kein Protest in Hör- und Sichtweite möglich. So entstanden Fernsehbilder von deutschen Rassisten, die einem bekannten Rechtspopulisten zujubeln. Während Gegendemonstranten am effektiven Protest gehindert wurden, geleitete die Polizei Gruppen der PEGIDA durch die Reihen der Gegendemonstranten. In Sachsen ist man seinen Rechten eben näher als seinen Pflichten.

Eine konkrete Veränderung in Dresden seit dem Erscheinen der PEGIDA war der gestiegene Mut, rassistische Meinungen in der Öffentlichkeit zu vertreten. Der Rausch der 10 000 gab das Gefühl, einer Mehrheit anzugehören. Die Wut der Anderen, nährte den Glauben daran, auf der richtigen Seite zu stehen.

Und dann kam Freital. Die Fernsehbilder, des brüllenden Nazimobs, der in einer Gruppe besorgter Bürger aufgeht, sind die Aufführung des allmontäglichen Dresdner Schauspiels im Kleinen. Rechtsextreme und Rechtskonservative bilden eine gefährliche Melange des Hasses.

Tillich will die Sorgen dieser Melange ernst genommen wissen und schickt seinen blassen Innenminister Ulbig, nach seiner verlorenen Bürgermeisterwahl in Dresden, in eine Bürgerversammlung. Die Sorgen der Bürger entpuppen sich dort als selbstgerecht vorgetragene, rassistsche Ressentiments und Verschwörungstheorien. Letztere Aufgeschnappt bei den Chefideologen der Querfrontbewegung um Jebsen und Elsässer. Ulbig geht unter. Einem Volksverräter traut man in Freital nicht. Man diskutiert nicht mit ihm, man richtet ihn symbolisch hin.

Kaum etwas jedoch kann die sächsischen Verhältnisse besser illustrieren als die Geschehnisse im ehemaligen Hotel Leonardo. Dort sollen nicht nur Menschen ein und ausgehen, die Verbindungen zu PEGIDA und den Freitaler „Bürgerbewegung“ haben. Sie sollen auch Spenden für die Flüchtlinge verwalten. Dass Menschen die in Deutschland Hilfe suchen der Willkür von Rassisten aussetzen müssen, ohne dass politisch eingeschritten wird, ist ein Skandal. Ein Skandal der in Sachsen bis auf wenige einsame Facebookseiten kaum thematisiert wird.

Als in der Nacht zum Freitag Flüchtlinge in einem kurz zuvor hochgezogenen Zeltlager ankamen, waren die Nazis schon da. Eine überraschte Polizei versuchte 200 Rechte von Attacken auf 350 Gegendemonstranten abzuhalten. Gegendemonstranten, die nicht nur zum Protest gekommen waren, sondern auch zum Schutz der geflüchteten Menschen. Auch in der Nacht zum Montag waren vor dem Zeltlager Menschen verblieben, um es vor Angriffen durch Nazis zu schützen. Die fühlen sich offensichtlich Stark genug, um Asyleinrichtungen in Ganz Dresden heimzusuchen.

Das lieber Sebastian ist in Dresden los. Das sind sächsische Verhältnisse.

Weiterlesen:

Mehr Texte über PEGIDA (es sind schon viel zu viele).

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Der kleine dumme Arier

Nazis müssen jetzt ganz tapfer sein. Auch Rassisten und die, die nicht rechts sein wollen aber rechst sind, das wird jetzt eine bittere Nachricht.  Die Nachricht bedeutet, alles Herumgezüchte an den Ariern, der obergeilen Herrenrasse, hat nicht nur nichts gebracht sondern einen, dem eigentlichen Ziel entgegengesetzten Effekt auf den Volkskörper gehabt. Lebensborn, gedacht als Veredelungsverein für die kleinen hässlichen Deutschen, hatte nie ein Chance. Auch hier stand den Nationalsozialisten ihr Hang dazu im Weg, sich ausschließlich von ihrer durch Esoterik geprägten Ideologie leiten zu lassen. Glücklicherweise, sollte ich vielleicht hinzufügen.

In einer Studie haben Wissenschaftler herausgefunden, das mit dem Grad der genetischen Vielfalt zwei Dinge verbunden sind. Zum einen werden Menschen größer, zum anderen werden sie klüger.

Those who are born to parents from diverse genetic backgrounds tend to be taller and have sharper thinking skills than others, the major international study has found.

Wer Eltern mit vielfältigem genetischen Hintergrund hat, neigt dazu größer zu sein und besser denken zu können als andere (…).

Nun ist vielleicht auch klar, warum Anhänger der Identitären Bewegung und anderer Neurechter Ideologien so eine große Angst vor der „Durchmischung“ der „Rassen“ haben. Sie befürchten, mit ihrem kleinen Geist weiter ins Hintertreffen zu geraten. Nachts träumen sie davon, umgeben zu sein von großen, klugen Menschen, die irgendwie anders aussehen als sie. So eine Art  überlegener rassischer Einheitsbrei statt hübschem „Ethnopluralismus“.

Die Studie hat aber noch etwas herausfinden können. Menschen die einen weniger vielfältigen genetischen Hintergrund haben, sind nicht weniger gesund als andere. Heißt, genetische Vielfalt schützt nicht unbedingt vor schweren Erkrankungen. Wer sich etwas mit Genetik und Evolution auskennt, wird etwas überrascht von diesem Ergebnis sein.

Überraschend dürfte das Ergebnis auch für all diejenigen sein, die sich über Verwandtenhochzeiten in anderen Kulturen aufregen. Natürlich nur um die Rückständigkeit dieser Kultur zu betonen und um sich darüber zu beschweren, dass wir® für die daraus angeblich resultierenden erkrankten Kinder zahlen müssen, wenn Menschen zu uns flüchten. Denn bei uns® würde es sowas schließlich nicht geben, weil wir® weiter sind und Verwandte nicht heiraten.

It had been thought that close family ties would raise a person’s risk of complex diseases but the researchers found this not to be the case. The only traits they found to be affected by genetic diversity are height and the ability to think quickly.

Bisher dachte man, das enge Verwandtschaft das Risiko von komplexen Erkrankungen erhöhen würde, doch die Forscher konnten das nicht bestätigen. Die einzigen Merkmale die durch genetische Vielfalt verändert waren, waren die Größe und die Fähigkeit, schnell zu denken.

Dummerweise wird es sehr lange dauern, bis dieses Ergebnis in die Gruppe rechts und rechtsextrem eingestellter Menschen diffundiert ist. Ironischerweise liefert die Studie gleich die Erklärung, warum das so ist.

[Die Überschrift ist natürlich ungerecht. Nicht jeder Arier ist klein.]

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Freitaler Selbstverständnis

Manchmal sind des die kleinen Äußerungen, die sehr tief blicken lassen. Die Verantwortlichen von „Freital wehrt sich. Nein zum Heim.“ distanzieren sich immer wieder davon, rechtsextrem genannt zu werden. Das passt nicht zum Selbstbild. Man sei kein Nazi. Nun kommt es weniger darauf an, was man behauptet, als darauf, was man macht. Auf der Facebookseite von „Freital wehrt sich. Nein zum Heim“  wurden wiederholt hasserfüllte, menschenverachtende und eindeutig rechtsextreme Kommentare gepostet. Auch gegen eine Grüne Kommunalpolitikerin wurde dort gehetzt. In einer Konfrontation vor der Kamera versuchte eine Verantwortlicher der freitaler Bürgerinitiative sich von jeglicher Verantwortung freizusprechen. Man habe die Kommentare gelöscht…

Seit einigen Tagen geht über Twitter der Link für die Seite „Perlen aus Freital“ herum. Dort werden die schlimmsten Kommentare rund um die Geschehnisse in Freital dokumentiert. Heute erschien ein Post auf der Facebookseite von „Freital wehrt sich.“, in dem ebenfalls aus „Perlen aus Freital“ verwiesen wird.

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Entlarvend ist dabei, dass sich der oder die postende der Facebookseite nicht von den gemachten Äußerungen distanziert, nicht darauf hinweist, dass so eine rassistische Kackscheiße nicht erwünscht ist und nicht darauf hinweist, dass man nichts mit Menschen zu tun haben will, die Äußerungen, wie die dokumentierten machen. Nein, es wird darauf hingewiesen, dass man vorsichtig sein soll. „Lasst Euch nicht erwischen!“ Es scheint kein Verständnis dafür zu bestehen, dass dort etwas richtig, richtig schief gelaufen ist.

Wie soll sich denn jemand als rechtsextrem bezeichnen, der offensichtlich nicht mal weiß, was das ist? Natürlich ist meine Überschrift falsch. Es handelt sich um das Selbstverständnis einiger Freitalerinnen und Freitaler. Leider hört man bisher wenig darüber, wie es sich mit dem Selbstverständnis der restlichen Einwohner dieses Ortes ein einem rechten Winkel Deutschlands verhält. Wir hören zu. Sprecht zu uns, Liebe MitbürgerInnen!

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Neue Heilmethode

ICH habe soeben eine neue Heilmethode empfangen! Hier habt Ihr zuerst von ihr gehört*. Es ist die

Astrohydroradionik

Man benötigt das Sternbild des Patienten. Mithilfe eines Teleskops wird ein Stern fokussiert, der sich im Sternzeichen des jeweiligen Patienten befindet. Je nach Symptom wird der richtige Stern vorher per Pendel bestimmt. Dazu können Patienten im Fachhandel zertifizierte Pendelsets erwerben, so dass eine Selbstbehandlung problemlos möglich ist. Das Licht des Sterns wird mit dem Teleskop gebündelt und durch einen Photonenpotenzierer geschickt. Dann wird mit der Energie des Sterns eine kleine Menge Wasser bestrahlt und die heilende Kraft auf das Wasser übertragen. Einige Behandler sagen das Wasser werde nicht bestrahlt, sondern „beschienen“, es gibt zwei Lager unter den Astrohydroradionikern.

Die Behandlungsergebnisse der Astrohydroradionik entsprechen übrigens denen der Homöopathie. Auch die Anwendungsbereiche zeigen erstaunliche Überschneidungen. Die Astrohydroradionik ist sanft, ganzheitlich und hat keine Nebenwirkungen. Sie bekämpft die Ursache der Erkrankung und unterdrückt nicht nur Symptome, wie es in der Schulmedizin so oft geschieht. Allerdings kann man die Mittel nicht patentieren, darum hat die Pharmaindustrie kein Interesse daran, dass das mir geschenkte Wissen in Umlauf kommt.

Obwohl das Verfahren mindestens so gut ist, wie die Homöopathie, wird es nicht anerkannt. Die Homöopathen wird ganz eindeutig bevorzugt. Somit werden Astrohydroradioniker und Astrohydroradionikerinnen in ihrer freien Berufswahl eingeschränkt. Daher fordert der, noch zu gründende Verband für Astrohydroradionik die Aufnahme der Methode in den Binnenkonsens oder dessen Abschaffung.

*Außer Ihr lest die Ruhrbarone, was ihr solltet, dann habt ihr es vielleicht Ruhrbaron Bartoschek zur Homöopathie schon gesehen.

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