Schon wieder Dresden – Ohne Worte

Gestern fand in Dresden eine Demonstration zur Unterstützung von Geflüchteten statt. Erstmals seit dem Auftreten von PEGIDA scheint die Anzahl der Demonstranten auf der Gegendemo zumindest gleich hoch gewesen zu sein. Es war eine Demonstration die den Namen verdient hat, eine Demonstration wie sie einer Stadt wie Dresden angemessen ist. Dank gilt auch der Unterstützung durch von außerhalb Zugereiste.

Die Organisation um „Dresden Nazifrei“ entschied, nicht direkt an der Flüchtlingsunterkunft vorbei zu ziehen, um die Menschen dort nicht zu stören. Nach dem Ende der Demo versuchten einige hundert TeilnehmerInnen zum Lager zu gelangen. Ziel war es die Menschen dort vor den erwarteten Angriffen Rechtsextremer zu schützen. Die waren am Montag Abend immer wieder in Kleingruppen in der Gegend gesichtet worden. Die Polizei, die in den letzten Tagen und besonders am Freitag Schwierigkeiten hatte, die Menschen im Lager angemessen zu schützen, war Zahlreich zugegen.

Die Beamten nutzten die Gelegenheit, zu üben, wie man Menschen daran hindert, zum Ziel zu kommen. Die Flüchtlingsunterstützer wurden wiederholt behindert. Gegen 22 Uhr wurden dann die Wege geöffnet und eine Mahnwache angemeldet. Die Beamten sollen sich gegen Mitternacht weitgehend entfernt haben. Einige Demonstranten blieben vor Ort. Die verbliebenen Beamten schienen sich bemüht zu haben, ihre Anwesenheit durch Schikane zu rechtfertigen.

Für 0:42 Uhr findet sich dann folgender Eintrag im Ticker von „PEGIDA#Watch“:

„+00:42+
#Alerta! Die letzten Supporter werden gerade von ca. 50 Hooligans angegriffen und u.a. mit Flaschen beworfen. Ein Verletzter mit Platzwunde… Täter weiterhin in der Gegend, sind im Bereich des Alberthafens unterwegs. Höchste Alarmstufe! Polizei wurde bereits 3x angerufen. Seit 10 Minuten noch immer keine Kräfte vor Ort!“

Leider ist somit das Kalkül der linken Demonstration nicht aufgegangen. In Kenntnis der sächsischen Verhältnisse waren durch die Anwesenheit linker Demonstranten Polizeikräfte zum Flüchtlingscamp gelockt worden. Die Polizei hätte dann, während sie auf die wartenden Linken aufpasst, nebenbei das Lager auch vor Angriffen durch Rechtsextreme beschützt. Leider hat die Polizei in Sachsen diesem Plan durch den vorzeitigen Abzug und das dann verspätete Eintreffen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es bleibt dabei: In Sachsen ist man seinen Rechten näher als seinen Pflichten.

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Berichterstattung, Fragment, MEINung

2 Antworten zu “Schon wieder Dresden – Ohne Worte

  1. Mienchen Katz

    Wenn es nicht Leute wie Dich gäbe, würde ich ja dafür plädieren, Sachsen aus der BRD zu entfernen …. Hat eigentlich schon jemand Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die zuständigen Polzeidienststellen erhoben?

    • Danke!

      Falls das bereits jemand gemacht hat, müsste diese Beschwerde immer noch auf jemanden treffen, der gewillt ist zu handeln…das scheint in Sachsen aktuell eher unwahrscheinlich.

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