Monatsarchiv: November 2015

Professor Patzelt irrt – Kein Dialog mit PEGIDA

Die Kommentare Michael Bittners zu den Ansichten über die PEGIDA von Professor Patzelt habe ich mit Gewinn gelesen. Darum spitze ich immer meine Ohren, wenn der Herr etwas zu PEGIDA sagt. So wurde er von Radio-Dresden mit den Worten zitiert:

„Patzelt forderte die Politik auf, den Dialog mit Pegida nicht zu verweigern. Durch Ausgrenzung werde man die Bewegung weiter stärken. Pegida-Anhänger fühlten sich so in ihrer Wahrnehmung bestätigt, von keiner etablierten Partei mehr vertreten zu werden.“

Wie so oft, wenn gebildete Menschen sich Fachfremd äußern, liegt er ordentlich daneben. Professor Patzelt liegt dem Irrtum auf, die Wahrnehmung von etwas, habe zwingend etwas mit der Realität zu tun. Menschen sind Meister darin, die Realität so zu interpretieren, dass sie zu ihrer vorgefassten Meinung passt. Erst wenn sie bereit sind, ihre Meinung zu ändern, ändert sich ihre Wahrnehmung. Umgekehrt passiert das nur sehr sehr selten. Und meist ist der von der Realtität erzeugte Sinnesreiz oder die Emotion sehr intensiv.

Ein Dialog mit PEGIDA-Anhängern ist daher solange sinnlos, wie diese der Ansicht sind, es stehe ohnehin nur ein „Volksverräter“ vor ihnen. Solange sie der Ansicht sind, Demokratie bedeute, man selbst bekomme, was man will und alles andere als Diktatur verstehen, ist ein Dialog ausgeschlossen.

Beobachten kann man das jeden Montag auf der PEGIDA-Kundgebung. Am 30.11.15 bemerkte Siegfried Däbritz: „immer mehr Politiker sprechen PEGIDA“.  Aussagen von Politikern konservativer Parteien, die bei vielen Menschen Grusel hervorrufen, machen die PEGIDA nicht etwa zufrieden, sondern sind Beleg dafür, dass die „Politikerdarsteller“ „Wendehälse“ sind. Diese Politiker machen, was Patzelt fordert. Und nicht trotzdem, sondern genau deswegen bleiben die PEGIDA in ihrer rechts besorgten Ecke und schmollen. Herr Däbritz liest dann aus einem CDU-Positionspapier, bei dem sich jedem „linksversifften Gutmenschen“ die Zehennägel hochklappen. Und auch hier kommt es nicht zur Freudenschreien, sondern zu Hohngelächter und Wutgebrüll.

Nein, Herr Professor Patzelt, diesen besorgten Bürgern dürfen sich VertreterInnen einer offenen demokratischen Gesellschaft nicht anbiedern. Ihren Meinungen muss entschieden widersprochen und ihre Ansichten in Frage gestellt werden. Ihre Lügen gehören entlarvt und ihre Ideologie ans Licht gezerrt. Faschistische Ideologien dürfen nicht dadurch aufgewertet werden, dass DemokratInnen sie durch Dialog legitimieren. Nicht nur, weil wir damit unsere Werte mit Füßen treten. Sondern auch, weil wir unsere Werte opfern, ohne die zu überzeugen, die wir überzeugen wollten.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Fragment, Ideologisch, MEINung

PEGIDA – Back to the roots

Seit über einem Jahr besetzen die PEGIDA beinahe jeden Montag-Abend die Stadt. Nachdem ich im letzten Jahr einiges dazu geschrieben hatte, fällt mir in letzter Zeit nicht viel Neues ein. Das wundert mich insofern, als dass mich die PEGIDA weiterhin beschäftigen. Immerhin bestimmen sie oft meine Abendgestaltung am Montag. Doch auf den Demonstrationen passiert nichts neues. Es gibt mittlerweile eine gefühlte Protestroutine. Die Positionen sind klar, die PEGIDA radikalisieren sich zunehmend und weisen diese Radikalisierung immer vehementer von sich.

Diese Scheindistanzierung von Rechtsextremismus und Gewalt dient einzig und allein dazu, den Menschen mit gefühlter politisch gemässigter Einstellung die Teilnahme unter Gesichtswahrung zu ermöglichen. Denn ohne die Mitläufer, Opportunisten und besorgten BürgerInnen, wäre das Häuflein jeden Montag sehr klein.

Ich selbst habe ein eher naives Naturell und neige deswegen immer erstmal dazu, Menschen das zu glauben, was sie sagen. So auch Herrn Bachmann. Und Herr Bachmann jammert jeden Montag über das verzerrte Bild, welches in den Medien (aka „Lügenpresse“) von den PEGIDA gezeichnet werde. Als PEGIDA noch ein neues Phänomen war, habe ich ihn selbst sagen hören, man habe nichts gegen „Moslems“ an sich. Gut Integrierte seien willkommen bei den PEGIDA. PEGIDA habe nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun, äußerte Bachmann wiederholt. Ob der Bachmann Lutz einfach nicht merkt, dass er damit Bullshit erzählt oder uns bewusst hinters Licht führen will, weiß ich nicht. Aber, dass es Bullshit ist, weiß ich. Denn, um meine Ansicht zu überprüfen bin ich zu den Wurzeln der PEGIDA zurückgekehrt; der Facebookgruppe. Dort wurde ein TV-Beitrag über einen Dresdner Bürger mit Migrationshintergrund verlinkt und differenziert* besprochen. In diesem beschreibt er, wie sich die Stimmung verändert habe, seit PEGIDA sich der Stadt aufgedrängt hat und dass er sie als feindselig erlebt. In den Kommentaren geben die Anhänger diverse rassistische Entgleisungen von sich.

Klar ist vielen: Das hat der für Geld gemacht. Wer es sich so weit in seinem Opferstatus und seiner Verschwörungsideologie zurückgezogen hat, denkt, er sei umgeben von Feinden. Und wenn man auf dem Theaterplatz in völkischen Gesängen schwelgte, kann man sich nicht vorstellen, dass jemand eine andere Meinung hat als man selbst.

BezahltPEGIDA 2015-11-28 um 20.04.26 BezahltPEGIDA 2015-11-28 um 20.05.21

BezahltPEGIDA 2015-11-28 um 20.05.39

Ärgerlich, in diesem Staat werden nur Moslemschauspieler und die Antifa ordentlich bezahlt.

BezahltPEGIDA 2015-11-28 um 20.14.28 BezahltPEGIDA 2015-11-28 um 20.15.01 BezahltPEGIDA 2015-11-28 um 20.15.08SonstigePEGIDA 2015-11-28 um 20.05.05

Es sind allerdings nicht alle im Folg so gemein und haben „den Migranten“ im Verdacht bösartig zu handeln. Vielen ist klar, dass die Systempresse nichts unversucht lassen wird um den PEGIDA zu schaden. Denn deren Schreiberlinge werden gesteuert von der NWO und warten nur auf den Bevölkerungsaustausch.

LügendpressePEGIDA 2015-11-28 um 20.01.55

Bestechende Logik: Wenn ich es nicht gesehen, gelesen oder gehört habe, ist es auch nicht passiert. Das ist die Weltsicht einer Dreijährigen.

LügendpressePEGIDA 2015-11-28 um 19.56.22

Glücklicherweise ist der subtile Hinweis zum Ausländerbeirat diesem Herren aufgefallen. So konnte er den Beitrag entlarven. Gute Arbeit Folgsgenosse.

LügendpressePEGIDA 2015-11-28 um 20.02.32

Nicht das Individuum entscheidet, wo seine Heimat ist, sondern die Volksgemeinschaft.

LügendpressePEGIDA 2015-11-28 um 20.08.34

Ob der Autorin die Ironie ihres Kommentars bewusst ist? Sie war selbst nicht da, glaubt aber den Informationsquellen die über Übergriffe durch PEGIDA berichten nicht (wg. Lügenpresse), darum kann der Bericht von jemandem, der in Dresden lebt nicht stimmen.

LügendpressePEGIDA 2015-11-28 um 20.15.26

Tja…wer könnte in Ostdeutschland relativ sicher davor sein, „Gewalt gegen Ausländer auf offener Straße“ zu erleben?

LügendpressePEGIDA 2015-11-28 um 20.02.08 LügendpressePEGIDA 2015-11-28 um 20.07.55 LügendpressePEGIDA 2015-11-28 um 20.12.51 LügendpressePEGIDA 2015-11-28 um 20.15.41 LügendpressePEGIDA 2015-11-28 um 20.16.08

Was sich durchzieht ist eine Art subjektiver Objektivismus. Ähnliches sieht man bei Esoterikgläubigen. Nur ist es dort umgekehrt. Die Interpretation der eigenen Erfahrung ist durch nichts zu widerlegen. Wenn die PEGIDA etwas nicht selbst erfahren haben, ist es nicht zu belegen. Außer es passt zu der bereits vorher gefassten Meinung. Dann empören sie sich bis hin zu Gewaltphantasien.

Ein ebenfalls oft gehörtes Lied der PEGIDA ist, „Wir sind keine Rassisten aber…“ (als Rassisten im Sinne dieses Textes gelten Menschen, die offensichtlich rassistische Aussagen machen). Bachmann und andere Redner betonen immer wieder, sie hätten nichts gegen „Moslems“, nur gegen „Islamisten“. Wenn das so wäre, müsste sich diese Meinung in den Kommentaren widerspiegeln. Zum Beispiel indem Menschen, die diesen Konsens verlassen widersprochen wird.

RassismusPEGIDA 2015-11-28 um 20.02.21

Wer aussieht (!) wie jemand, der einen „Kinderficker“ anbetet, dem steht man feindlich gegenüber. Hipster zieht Euch warm an. Aber kein Rassismus!!!

RassismusPEGIDA 2015-11-28 um 20.11.23

Wer Ideen anhängt, die nicht mit dem GG vereinbar sind, darf kein öffentliches Amt bekleiden! Wenn das mal nicht zum Bumerang wird…

RassismusPEGIDA 2015-11-28 um 20.05.33

Wahrscheinlich weil alle anderen Kandidaten beim Ehrenamtsdshihad geköpft werden (Sharia!!!11elf!!).

RassismusPEGIDA 2015-11-28 um 20.03.17

Die Möglichkeit zur Differenzierung der PEGIDA ist ausbaufähig.

RassismusPEGIDA 2015-11-28 um 20.06.13

Die Anschlagswelle muslimischer Inder in Sachsen hat mich auch geschockt!

RassismusPEGIDA 2015-11-28 um 20.10.13

Wieso ist denn das klar, die PEGIDA haben doch nichts gegen Muslime. Ich bin verwirrt

RassismusPEGIDA 2015-11-28 um 20.13.27

Denn bevor nicht alle Menschen akzentfrei Deutsch sprechen, ist Deutschland nicht frei. Gut, dass man „die Sachsen“ immer so gut versteht.

RassismusPEGIDA 2015-11-29 um 13.26.02

Alle Menschen muslimischen Glaubens kommen aus dem Nahen Osten und sind Ratten. Und wir sind keine Nazis, denn Nazis haben Glatzen.

RassismusPEGIDA 2015-11-28 um 20.02.59

What does the Fox say?

OK, wir dürfen nicht vergessen, die PEGIDA haben nichts gegen gut integrierte „Ausländer“, wenn sie sich an unsere Regeln halten und unsere Sprache sprechen. Dieser „Migrant“ stellt sich ganz klar gegen die Folgsgemeinschaft und kann nicht ausreichend gut Deutsch für die Zeit, die er in Dresden verbracht hat. Das haben die PEGIDA klar herausargumentiert. Und was soll man nun mit einem Menschen machen, der das Recht auf freie Meinungsäußerung für sich in Anspruch nimmt? Ein Recht, das den PEGIDA ja sehr wichtig ist.

RausPEGIDA 2015-11-28 um 19.54.17

Der Altruismus ist die Motivation vieler PEGIDA.

RausPEGIDA 2015-11-28 um 19.54.50 RausPEGIDA 2015-11-28 um 19.57.42 RausPEGIDA 2015-11-28 um 19.58.54 RausPEGIDA 2015-11-28 um 20.04.14RausPEGIDA 2015-11-28 um 20.00.56RausPEGIDA 2015-11-28 um 20.03.40RausPEGIDA 2015-11-28 um 20.04.14 RausPEGIDA 2015-11-28 um 20.06.20 RausPEGIDA 2015-11-28 um 20.09.50 RausPEGIDA 2015-11-28 um 20.11.51 RausPEGIDA 2015-11-28 um 20.14.10SonstigePEGIDA 2015-11-28 um 20.11.41

Warum setzen sich eigentlich immer (!) alle (!) für die „Ausländer“ ein? Wirklich arm dran in diesem Land sind doch die Deutschen! Die verhungern vor ihren Flachbildschirmen. Werden unterdrückt und vom „Ethnozid“ bedroht.

ArmeDeutschPEGIDA 2015-11-28 um 19.57.21

Echt mal. Wir werden doch wohl in unserem EIGENEN Land so einem „Moslem“ mit einem zünftigen Genozid drohen dürfen!

ArmeDeutschPEGIDA 2015-11-28 um 20.00.46

Die „eigenen Leute“. Ich hoffe ich bin aus dieser Gruppe ausgenommen.

ArmeDeutschPEGIDA 2015-11-28 um 20.09.12

Tja, und jetzt lachen wir Dich aus. Haha!

ArmeDeutschPEGIDA 2015-11-28 um 20.11.12

Stimmt, was soll man auch machen, wenn so ein „Moslem“ in die Bahn einsteigt. Eine Drohung ist die einzig mögliche Reaktion. Wird schon den Richtigen treffen.

ArmeDeutschPEGIDA 2015-11-28 um 20.15.58

WTF? „1000ende Jahre“? Der Verfasser muss tatsächlich der Ansicht sein, seit 1000en Jahren habe es keine Migrationsbewegungen nach und aus Deutschland gegeben. Nach „Neu Köln“ würde ich allerdings gerne mal fahren. Ist bestimmt schön da…in Berlin war ich ja schon mal.

Was sonst noch? Vielleicht diese Schmuckstücke:

DieseARtI

No one is save! Wer nicht ordentlich ranschafft, fliegt raus! Wie man das mit einer offenen Gesellschaft vereint (die die PEGIDA ja ganz toll finden), ist mir ein Rätsel. Vielleicht wird das auch „falsch rübergebracht“.

DieseArtII

Wahrscheinlich ist diese, immerhin 23 Stunden unmoderierte, Antwort auf den gemäßigten Kommentar auch „falsch rübergebracht“.

SonstigePEGIDA 2015-11-28 um 19.59.50

Was soll uns das sagen? Alle krank?

SonstigePEGIDA 2015-11-28 um 20.03.29

Nö, „die Linken“ in Dresden rufen: „PEGIDA verpisst Euch! Keiner vermisst Euch!“ (u. a.)

SonstigePEGIDA 2015-11-28 um 20.03.59

Demonstrierst Du noch oder drohst Du schon?

SonstigePEGIDA 2015-11-28 um 20.04.55

Wow! Echt? Voll krass! Noch nie von gehört.

SonstigePEGIDA 2015-11-28 um 20.05.55

Unheimlich? Na dann! Unheimliche wollen wir hier nicht.

SonstigePEGIDA 2015-11-28 um 20.07.30

Meinungsfreiheit gilt bei PEGIDA für die, die zahlen. Je mehr man zahlt, desto mehr Meinung hat man. Voll demokratisch!

SonstigePEGIDA 2015-11-28 um 20.08.57

Popcorn!

SonstigePEGIDA 2015-11-28 um 20.09.27

Der Einzige, der interviewt wird? Der Einzige, der beschimpft wird? Der Einzige der Angst hat? Hauptsache „!!!“

SonstigePEGIDA 2015-11-28 um 20.09.39

Klassische christlich abendländische Werte, vermittelt durch die PEGIDA-Akademie.

SonstigePEGIDA 2015-11-28 um 20.10.46

Das Problem haben auch einige, die hier geboren wurden. Habschghört! Nu!

SonstigePEGIDA 2015-11-28 um 20.12.32

Wow! Einfach Wow! Wer kennt sie nicht, die vielen Berichte über Rassisten, die nur „Ausländer“ verprügeln, die Arschlöcher sind.

SonstigePEGIDA 2015-11-28 um 20.13.40

Weil er gut ausgebildet ist und mit einem Vokabular widerspricht, dass vielen PEGIDA fremd ist?

SonstigePEGIDA 2015-11-28 um 20.13.53

Hübsch. Im selben Satz Unmut über den Beitrag äußern und seine Berechtigung belegen. Nicht schlecht.

SonstigePEGIDA 2015-11-29 um 13.26.42

Zwei Worten würde ich zustimmen.

SonstigePEGIDA 2015-11-28 um 20.09.58

Eine Phobie wäre es nur, wenn es unberechtigte Ängste wären…

SonstigePEGIDA 2015-11-28 um 20.12.02

Super! Meins auch, sagen wir doch einfach „Mensch“.

Ein mässigende Stimme gab es dann doch noch:

Mäßigung

Hoffnung macht mir das aber auch irgendwie nicht.

Zu guter Letzt noch etwas aufrichtige Empörung:

LügnerPegida 2015-11-29 um 19.49.37

Leider Nein! Dazu zwei Tweets. Als ich am 9.11.15 auf dem Weg zur Gegendemo den Theaterplatz überquerte hört ich ein Gespräch:

Schaut man sich also dort um, wo PEGIDA seine Wurzeln hat, auf Facebook und dem Theaterplatz in Dresden, wird klar, dass die Distanzierung von Rassismus und Gewalt, von Faschismus und „Nazis“ nur Lippenbekenntnisse sind. Eine Marketingstrategie um die „besorgten Bürger“ nicht zu vertreiben. Und im Moment läuft es gut, leider.

*kleiner Scherz

 

Mehr Texte zu den PEGIDA auf „Diaphanoskopie“.

//platform.twitter.com/widgets.js

2 Kommentare

Eingeordnet unter MEINung

Deutsche Knaben trotzen der Islamisierung

Die deutsche Jugend gibt nicht auf! Trotz ununterbrochener Angriffe durch die Muselmannen, kämpft die deutsche Jugend für Ihr Abendland.

Entgegen der Behauptungen, verweichlichte Hedonisten zu sein, keine Leistungsbereitschaft mehr zu zeigen und überhaupt ein Haufen Waschlappen, zeigt die deutsche Jugend® ‚wie es geht‘. Wer den montäglichen Einsatz der PEGIDA auf irgendeinem Platz in Dresden laut zu grölen für aufopferungsvoll hält, hat keine Ahnung was die deutsche Jugend auf sich nimmt, um unsere Leitkultur zu verteidigen!

Zumindest die männliche deutsche Jugend®. Entgegen dem Bundestrend haben die thüringischen Burschen gezeigt dass es auch anders geht. „Saufen gegen die Barbaren“ ist das Motto der strammen Knaben und sie scheuen sich auch nicht über ihre Grenzen zu gehen! Im stolzen Thüringen hat die Anzahl von jungen männlichen Jugendlichen mit Alkoholvergiftung zugenommen.

Nichts sagt christlich-jüdisch abendländische Kultur so sehr, wie eine vollgekotzte Nierenschale. Die „besorgten Bürger“ können sich beruhigt in ihre Sessel zurücklehnen, das Abendland ist in guten Händen.  Weiter so deutsche Jugend®.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Humor, Lachhaft

Der Terrorist, das missverstandene Wesen

Ups! Ich haben mich auf Twitter gestritten. In diesem Fall ging es um das Zitat aus einem Artikel in Psychologie-Heute:

Atrans Forschung zeigt, dass die meisten, die sich dem Dschihad anschließen, eine gemäßigte und vorwiegend säkulare Erziehung hatten. Muslime, die religiös aufwachsen, scheinen sogar eher gegen eine Radikalisierung gefeit zu sein. Die meisten Gotteskrieger, so Atran, werden als ältere Teenager oder mit Anfang zwanzig „wiedergeboren“ und wissen wenig über den Islam.

Der Versuch, die Motive von Terroristen zu entschlüsseln, indem man sich mit dem Islam beschäftigt und den Koran studiert, ist nach Atrans Meinung nutzlos. Die Bemühungen, gemäßigte Imame zu fördern, bezeichnet er in seinem Buch als „irrelevant“. Schließlich wird nur selten jemand in einer Moschee zum Terroristen. Einige wurden im Gegenteil aus der Gemeinde ausgeschlossen, weil sie zu radikal waren.

Darauf wurde geantwortet:

„Wo sind die christl. oder buddhist. Selbstmordattentäter? Siehe Scott Atran vs Sam Harris“

Sam Harris vertritt, wie viel „New Atheists“ die Ansicht, Gewalt sei „dem Islam“ immanent. Harris fordert eine Reformation aus dem Islam heraus um diese Tendenz zu Gewalttätigkeit zu beenden.

Auf meine Frage, was der Einwurf mit dem Zitat aus dem Artikel zu habe, wurde geantwortet:

(Weil)… „dort behauptet wird, dass der Koran keine zentrale Rolle für die Motivation der Attentäter spielt.“

Wenn man den Artikel liest, wird schnell klar, dass es sich dabei nicht um eine Behauptung handelt, sondern um eine auf Evidenz begründete Aussage. Harris interpretiert die Daten jedoch anders als deren Urheber. Dafür muss er sich, auch von Seiten vieler Atheisten, Kritik gefallen lassen.

Harris ist Neurowissenschaftler, veröffentlicht Bücher zum Thema Glauben und debattiert ausgiebig zum Thema. Wenn er eine weniger polarisierende Sicht auf den Islam einnehmen würde, dürfte es für ihn schwerer werden, weiterhin in der Form aufzutreten und Bücher zu verkaufen. Dass heißt nicht, dass er falsch liegt. Das heißt nur, dass die Schwelle, ihn zu überzeugen höher liegen dürfte, als bei jemandem, dessen Einkommen weniger von seiner Meinung abhängt.

Scott Atran ist Anthropologe und scheint zu versuchen, Gewalt die von Islamisten ausgeht dort zu verstehen, wo sie entsteht: bei den Menschen. Einige Belege für seine Thesen werden in dem zitierten Artikel angeführt. Das heißt nicht, dass er Recht hat. Aber es bedarf mehr als eines „aber trotzdem“ um die Belege zu entkräften.

Wenn ich Harris (und vielen „Islamkritikern“ in Deutschland) etwas vorwerfe, dann, dass sie implizieren, dass Menschen, die dem Islam anhängen, anders sind als die Gruppe von Menschen, der sich die Kritiker gerade zugehörig fühlen. Wir werden aber nicht verstehen, warum Menschen handeln, wie sie handeln, wenn wir uns im „Othering“ üben. Atran macht die Selbstmordatentäter und Djiahdisten wieder zu Menschen. Menschen mit Gefühlen, Sehnsüchten, Freunden. Menschen wie „wir“. Das kann natürlich nicht sein, sonst würden sie ja nicht solch monströse Handlungen begehen.

Atrans Ergebnisse bedeuten nicht, dass der Koran und eine bestimmte Kultur innerhalb des Islam nicht dazu beitragen können, dass Menschen durch Paris laufen und ihre Artgenossen abknallen. Religionen können dazu genutzt werden, dass „gute“ Menschen „böse“ Taten begehen. So wie jede Ideologie. An anderer Stelle zitierte ich bereits Hitchens:

“Name one ethical statement made, or one ethical action performed, by a believer that could not have been uttered or done by a nonbeliever. Think of a wicked statement made, or an evil action performed, precisely because of religious faith?”

Mir scheint jedoch, dass Religion (oder andere Ideologien) eine notwendige aber keine hinreichende Bedingung dafür ist. Nun haben wir „den Islam“ als eine mögliche notwendige Bedingung identifiziert. Wenn wir eine Lösung wollen, müssen wir auch den Rest rausfinden. Auf Harris und andere „besorgte“ Islamkritiker scheinen wir da nicht zählen zu können.

Ein ähnliche Dämonisierung von Menschen kennen wir aus der Verarbeitung der deutschen Geschichte. Die Täter des Nazireiches wurden zu Monstern erklärt. Dabei waren es Väter und Söhne, Mütter und Töchter. Ganz „normale“ Menschen. Denn gerade weil sie Menschen sind, wie wir, begingen und begehen sie monströse Taten. Das Monster schlummert in jedem von uns. Das einzusehen befreit und nimmt die Angst.

Roooaahhhhhrrrrrr!

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Atheismus, Überleben, Kontrovers

Prognose I

Also, ich versuch mich mal in Hellseherei. Weil man da nix zu verlieren hat.

Müller-Milch hat sich einen (vorhersehbaren) Marketing-GAU geleistet und das Bild einer dunkelhäutigen Frau genutzt um für seine Schokomilch zu werden. Das freut verklemmte Nazis die zum masturbieren nur den Kühlschrank öffnen müssen. Aber „das Netz“ regt sich auf. So sehr das Müller sich zu einer Stellungnahme genötigt sah. Immer dieser Terror der Gutmenschen.

Hier meine Prognose. Am Montag wird in Dresden vom Plastikanhänger herunter jemand das als Beleg nehmen, was in diesem Land alles falsch läuft. Man darf nicht mal mehr…. Und schon kommen die… Dabei ist doch nichts dagegen einzuwenden… So ein leckeres Schockomädchen…

Mir ist jetzt schon übel. Ganz ohne Müller-Milch.

Danke an Marcel für den Hinweis.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Berichterstattung, Prognose

MDR an der Volksfront

Folgende Geschichte erzählte der MDR, mit dramatischem Anstrich:

Ein allein erziehender Vater verlegt den Wohnsitz der Familie von Kassel nach Leipzig. Die 15 Jahre alte Tochter muss mit. Soweit, so normal. Die Tochter lässt neben allen Freunden auch ihren Freund in Kassel zurück. Sie will nicht beim Vater bleiben und wendet sich ans Jugendamt. Das Jugendamt stellt den Willen der jungen Frau über den des Vaters und gewährt ihr die Möglichkeit in Kassel in eine WG zu ziehen. Der Freund scheint Schwierigkeiten zu haben, sich an die Regeln der Gesellschaft zu halten und gerät wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt. Außerdem ist er Anhänger einer buddhistischen Glaubensgemeinschaft, denen bestimmte Glaubensregeln wichtig sind und die ihr Leben danach ausrichten. Auch die Tochter schließt sich dieser Glaubensgemeinschaft an und verändert ihr Äußeres. In der Familie ihres Freundes fühlt sie sich aufgenommen. Der Vater macht sich Sorgen wegen die Veränderung seiner Tochter. Er hatte nie etwas mit Buddhismus am Hut und versteht nicht, was sein Tochter daran findet. Außerdem hat er Angst, dass sich die Tochter noch weiter den Glaubenssätzen der Glaubensgemeinschaft unterwirft, sich womöglich radikalisiert (es gibt radikale Buddhisten die Gewalt gegen Andersgläubige ausüben). Die Tochter sagt, mit diesen Radikalen Kreisen habe sie nichts zu tun.

Der Versuch, ohne den Vater in Kassel zu leben, funktioniert nicht. Unter anderem, weil der Vater Himmel und Hölle in Bewegung setzt, um seine Tochter wieder nach Hause zu holen. Die Tochter sagt sich vom Vater los, will nichts mehr mit ihm zu tun haben. Doch der Vater findet in einem CDU-Politiker einen verständnisvollen Gehilfen und befreit die Tochter aus den Fängen des Jugendamtes und die Tochter kehrt zum Vater zurück. Der Freund der Tochter muss währenddessen die Konsequenzen seines Handelns tragen und geht ins Gefängnis.

Ein Versuch, die Tochter durch einen gemäßigten buddhistischen Mönch davon zu überzeugen, ihren Vater wieder zu lieben scheitert. Sie muss trotzdem bei ihm wohnen. So ist das manchmal. Kinder, die zu Erwachsenen werden lehnen die Eltern und deren Werte ab, manchmal sehr intensiv. So entwickelt sich Autonomie.

Und warum berichtet der MDR über einen solchen Fall in einem dramatisch inszenierten Beitrag? Wieso wird die Geschichte einer Jugendlichen die dabei ist, ihren Platz in der Welt zu finden, mit allen Risiken die diese Suche birgt, zur besten Sendezeit ausgeschlachtet? Weil die Glaubensgemeinschaft nicht buddhistisch ist, sondern muslimisch. Weil die junge Dame jetzt Kopftuch trägt. Kopftuch!!! Unglaublich! Vielen Dank MDR-Sachsen, Du hast nichts verstanden und bist, zumindest in diesem Beitrag, Teil der sächsischen Verhältnisse.

Und die junge Frau? Die wird sich durch kaum etwas so bestätigt fühlen, wie die durch die Ablehnung der Erwachsenenwelt. Herzlichen Glückwunsch MDR, dank Dir sind Moslems die neuen Punks. Wer heute seine Eltern schockieren will, konvertiert.

[Fairerweise möchte ich anmerken, dass die anderen Beiträge durchaus differenziert über geflüchtete Menschen und ihr Leben in Sachsen berichteten. Unter anderem dieser hier, der auch ein wenig Hoffnung macht.]

Mehr zu Religion (und was ich dazu denke) auf Diaphanoskopie:

Gottes Stimme an der Türschwelle

Zeugen im Kreuzverhör

Das ist nicht der wahre…

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Berichterstattung, Kontrovers, MEINung