Alter Käse 2/2014 – Sanfte Frequenzen

Bringen Frequenzen bestimmter Individuen die unmittelbare Umgebung meines morphogenetischen Feldes in Schwingung, muss meine grobstoffliche Hülle dieses Individuum aufzusuchen: Dahlke. Rüdiger Dahlke. Mit der Lizenz für den sanf- ten Tod. Ganzheitlich unterwegs im Dienste ihrer Majestät Helena Petrovna Blavatsky, lud er zum Vortrag. Dabei nutzte der Hohepriester der Vulgärpsychosomatik Methoden aus der Psychotherapie, um einfache Wahrheiten der Esoterik zu verbreiten. Mit sanfter, ruhiger Stimme erklärt er dem Publikum, warum Wissenschaft nicht funktioniert – um immer dann Studien zu zitieren, wenn sie seine Ansichten unterstützen. Medizin vermittelt Dahlke weniger wissenschaftlich als vielmehr rabulistisch. Assoziativ gelockert mäandert er durch den eigenen Gedankensumpf. Die Herzinsuffizienz (Herzschwäche) sei eigentlich Wassersucht und Sucht sei eigentlich Krankheit, was auch bedeute, Früher hätte man Hab- und Eifersucht behandelt.; diese seien jedoch aus der – in der Medizin ohnehin an den Rand gedrängten – Psychiatrie verbannt, weil dies dem kapitalistischen System diene; und, das nur am Rande, die Bibel ist ein Psychosomatikbuch. Die „Schulmedizin“ hält Dahlke für lebensgefährlich. Sie und Milchprodukte, welche schäd- licher seien als Rauchen. Dagegen hilft Dahlkes Form veganer Roh- kost: „Peace-Food“. Dahlkes Ratschläge konsequent befolgt transformiert sie zu ‚Rest-In-Peace-Food‘. Es ist betrüblich, dass Dahlke sich so im Beruf geirrt hat. Er wäre ein Lichtblick in der deutschen Comedy.

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